Campingferien mit Kindern

Camping

Bild via Pinterest

Ich bin seit jeher ein Campingkind. Bis auf ein paar wenige Male, verbrachten wir unsere Sommerferien jeweils auf dem Campingplatz. Kein Hardcore-Camping mit Zelt, Lagerfeuer & Co. Nein, das dann doch nicht. Anfangs mieteten wir einen Wohnwagen, danach folgten Bungalows, fixe Caravans oder ähnliches und zu guter Letzt der eigene Wohnwagen meiner Eltern. Was eigenes, einem familienfreundlichen Wohnwagen, davon träumen wir. Regelmässig besuchen wir Campingausstellungen und schauen uns dort die aktuellsten Modelle mit jeglichem neuen und modernen Schnickschnack an. Am liebsten würden wir jedes Mal gleich einen an unsere bereits montierte Anhängerkupplung hängen und davon düsen. Doch die momentanen Umstände ermöglichen es uns noch nicht, unseren Traum von den eigenen vier Wänden auf Rädern zu erfüllen. Bis dahin warten wir „geduldig“ und verbringen die Ferien in gemieteten Unterkünften.

Sobald sich die Schranken des Campingplatzes öffnen, fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Die lockere, ungezwungene Atmosphäre zieht mich in ihren Bann. Familien, Paare, Senioren, Feriengäste aller Art, machen den Park lebendig. Das Treiben und zugleich die Ruhe, die Rückzugsmöglichkeit ins“eigene“ Heim, ist genau das, was wir in unserem Urlaub als Familie suchen. Das morgendliche Brot holen, sich treffen im Supermarkt, beim Abwasch, beim Spielen, am Strand, in der vorübergehenden Nachbarschaft, bei Animationen, beim Glacé schlecken, all das gehört zum Campingurlaub dazu. Unabhängig sein und doch irgendwie dazugehören. An solch einem Ort fühlen wir uns eine Zeit lang zuhause und geniessen jeden einzelnen Ferientag. Besonders jetzt mit Kind. Die Möglichkeit zum selber Kochen, Frühstücken im Pyjama, Abendessen im Schlabberlook, bis spätabends mit dem Partner in Flipflops oder barfuss auf der Veranda reden, essen, Spiele spielen, während das Kind eine Tür weiter selig schläft. Das umfassende Freizeitangebot, die vielen anderen Kinder und vieles mehr ermöglichen einen unterhaltsamen Urlaub bereits für die ganz Kleinen.

Der Sommer feiert ja derzeit sein Comeback und auch im Herbst ist es noch wunderbar angenehm Ferien auf dem Campingplatz zu verbringen. Oder ihr plant bereits euren nächsten Urlaub im Frühjahr oder Sommer? Folgende Plätze haben wir schon besucht und sind auf jeden Fall empfehlenswert und kinderfreundlich. Vielleicht entscheidet auch ihr euch für einen Campingurlaub als Familie?

Campofelice 1

Wer nicht allzu weit weg fahren möchte, wie wir letztes Jahr als Henrik 5 Monate alt war, wer den Süden der Schweiz mag, kann in Tenero am schönen Lago Maggiore auf dem Campingplatz Campofelice einen tollen Urlaub verbringen. Als Kind war ich schon mehrere Male dort und fühle mich dort gleich zuhause. Man kann Wohnwagen oder aber auch die im letzten Jahr gebauten nigelnagel neuen Bungalows mieten. Ascona, Locarno und viele weitere tolle Ortschaften laden zum Erkunden ein. Die sanitären Anlagen sind einwandfrei und der See mit der sicheren Badezone und dem Rasen- und Sandstrand ist für Kinder ideal.

Campofelice 2Campofelice 4Campofelice 3Bilder von campofelice.ch

Pra delle torri 5

Wer’s noch südlicher und italienischer mag, kann mit ein paar Stunden mehr Reisezeit (von uns aus ca. 6,5 h) ans Feriendomizil Pra‘ Delle Torri in Caorle gelangen. Dort haben wir dieses Jahr unseren Familienurlaub verbracht und waren vom Platz rundum begeistert. Bereits für die ganz Kleinen ist das Fantasy World sowie die Piratenschiff-Poollandschaft der Hit. Der ganze Platz lädt zum Spielen und Entdecken ein. Der Strand ist sehr sauber und übersichtlich. Das Mobilheim haben wir über Eurocamp gebucht, weil man da sämtliche Baby- und Kleinkindausstattungen gratis oder gegen einen kleinen Aufpreis dazu buchen kann. Eine Badewanne und ein Hochstuhl waren sehr von Nutzen. Die Wickelmatte und das Reisebett waren nicht wirklich bis gar nicht sauber. Daher war ich froh, ein eigenes und sauberes Reisebett mitgenommen zu haben. Wickeln ging auf der freien Matratze auf einem Handtuch und einer Plastik-Wickelunterlage einwandfrei. Als geeignete Stops auf der eher längeren Reise, eignen sich in Italien jegliche Autogrill-Raststätten sowie auf Schweizer Seite die Marché-Raststätte in Bellinzona, welche eine Kinderspiellandschaft sowie einen separaten Wickelraum bietet.

Pra delle torriPra delle torri 3Bilder von pradelletorri.it

Prairies de la mer

Die dritte Destination geht nach Frankreich. Südfrankreich genauer gesagt. In Port Grimaud liegt der Prairies de la mer – Campingplatz. Ausflugsziele wie St. Tropez, Sainte Maxime, Grimaud oder gar Cannes (1h entfernt), laden zum Verweilen ein. Der Platz ist mit seinen speziell angeordneten Farés ein wunderbarer Ort für Familien. Auch hier wird in Sachen Animationen keine Wünsche offen gelassen. Wir waren bereits zwei Mal dort und haben es sehr genossen. Das französische Flair und der ausgesprochen moderne Platz fühlen sich sehr luxuriös an. Für Campingverhältnisse allemal. Einziger Kritikpunkt ist der etwas körnige Sandstrand. Liegestühle schaffen da Abhilfe. Doch wer kann mit Kind schon gross auf einer Liege entspannen? Sandburgen bauen, planschen, fertig los!

Prairies de la mer 2

Bilder von riviera-villages.com

Sommer Sonne Sonnenschein

Sommer ist vermutlich noch etwas weit hergeholt. Aber der Fühling ist angekommen, die Uhren auf Sommerzeit gestellt, die Spielplätze sind nun oft randvoll mit Kindern und deren Eltern und alle freuen sich über die wunderbar blühende Pflanzenwelt und die wärmende Sonne im Gesicht. Obwohl heute meine Baby Wetter App doch tatsächlich wieder 6°C angezeigt hat und wir uns beinahe wie im Winter anziehen mussten. So nicht liebe Sonne. Da haben wir Petrus aber gleich getrotzt und wunderbare Wiesenblümchen gepflückt. Die derzeitig wechselnden Temperaturen stellen mit Kind manchmal eine Herausforderung dar. Zwiebel-Look geht zum Glück immer. Und dann ja keinen Schnupfen mehr holen. Deshalb habe ich für den kleinen Tiger stets eine Unmenge von Ersatzklamotten in allen Variationen von Fleece-Jacke, Übergangsjacke, Sweatjacke, Softshelljacke, Matschhose, Strumpfhose, Beanie, Sommerhut, Sonnenbrille sowie Halbschuhe und wärmere Schuhe in petto. Lobenswerterweise gibt es für Leute wie mich grosse Taschen oder Rucksäcke und Kinderwagenkörbe. Aber mal ehrlich, lieber für alles – oder immerhin für das Meiste auf dem Outdoor-Trip gewappnet sein, als vorzeitig als geplant wieder abbrechen zu müssen.

Und so geht es mir auch, wenn ich an unseren nächsten Urlaub denke. Wobei mir einfällt, Urlaub tönt so sehr nach faulenzen. Nennen wir ihn doch nun besser Tapetenwechsel.

Ich liebe Listen und muss diese stets abarbeiten, sonst kehrt keine innere Ruhe ein. Als wir früher noch sehr oft verreist sind, hatte ich doch tatsächlich schon Check-Listen gespeichert gehabt, die bereit zum Druck und zum Abhaken gewesen waren. Jetzt brauche ich meist nur noch die babygerechte Version, wenn ich zu meinen Eltern fahre. Und diese ist auch nicht grad kurz. Aber immerhin schwand mit dem Mamasein ein wenig der Perfektionismus. Somit ist die Liste nur noch ein beinahe unleserliches Gekritzel auf einem zerknüllten Einkaufszettel. Und beim Gepäck für mich wurde alles aufs Wesentliche reduziert.

Unseren zweiten Sommerurlaub – oder Tapetenwechsel ihr wisst schon – mit unserem kleinen Mann ist schon in naher Ferne und wir möchten diesen wie so oft auf dem Campingplatz verbringen. Und da die Kraft der Sonnenstrahlen nicht geringer wird, ist ein entsprechender Sonnenschutz immer mehr von Bedeutung. Insbesondere für so helle Hauttypen wie mein kleiner Tiger und ich es sind. Dann noch unsere Allergie-Neigung. Ach herrje. Wer hat eigentlich solche lästigen Allergien erfunden? Dem genetisch verantwortlichen Urzeitmensch würde ich ja gerne mal die Leviten lesen.

Babies und Kleinkinder haben ja bekannterweise noch eine viel empfindlichere Haut als wir Grossen, da ist besondere Vorsicht geboten. Und damit ich dann auch in dieser Hinsicht etwas entspannen kann in den Ferien, damit sind sie ja auch da, habe ich bereits ein paar Sommer-Sonnenschutz-Utensilien für die Kleinen zusammengesucht.

UV Sommersachen 2

  1. Ein Schirm für den Tag am See, Strand oder Badeanstalt darf nicht fehlen, z.B. mit UV Schutz 25+ von Ikea
  2. Eine süsse und praktische Strandmuschel mit UV Schutz 50+ von Vertbaudet
  3. Nicht besonders stylisch, wie so oft bei Funktionskleidung, aber rundum geschützt mit der Bade-Schirmmütze von Sterntaler mit UV Schutz 50+ z.B. von Babyjoe
  4. Und damit auch gleich der Sonnenhut von Sterntaler ebenfalls mit UV Schutz 50+ aus reiner Baumwolle für den trockenen Bereich, z.B. von Babyjoe
  5. Ich habe mich dieses Jahr für einen UV-Schutz Overall entschieden, so verrutscht bei unserem schlanken Männlein auch sicher nichts. Dieser ist von Hyphen mit UV Schutz 80+, mit optimaler Hautverträglichkeit und Öko Tex Standard 100, was bei uns aufgrund seiner Hautprobleme auch immer sehr von Vorteil ist,  z.B. von Babyjoe
  6. Auch die Augen benötigen den richtigen Schutz, besonders die blauen, die noch lichtempfindlicher sind. Da dieses Jahr die Brille mit Bügeln verweigert wurde, ist die mit Neoprenbändchen von Kidz Banz unsere Wahl und wird auch meistens nicht mehr ausgezogen. Da er kein Baby mehr ist, wurde mir zu diesem Modell geraten, so kann ich sie theoretisch bis zum 5. Lebensjahr im Einsatz haben. Die Brille bietet 100% UV-Schutz (UV-400-Filter) und kommt aus Australien. Und die kennen sich ja aus mit der brütenden Sonne. z.B. von Baby Star
  7. Das Badeset von H&M mit UV-Schutz 50+ hat es mir ebenfalls angetan, ist auch gut zum Wechseln und/oder falls man nur ein Badehöschen anziehen möchte
  8. Die Bodies von Sanetta mit UV-Schutz 15+ hatte ich letztes Jahr bereits im Einsatz und möchte ich auch dieses Jahr nicht missen, z.B. von Babyjoe
  9. Für den hygienischen Badeplausch in der Badeanstalt erweisen die Huggies Little Swimmers einen guten Dienst
  10. Nach jedem Baden muss die Haut von kleinen Kindern sofort abgetrocknet werden, da die Wassertropfen wie Brennglas auf nackter Haut wirken. Deshalb darf ein weicher und kuschliger Bade-Poncho nicht fehlen. Dieser von Wörner ist ebenfalls mit Öko Tex Standard 100 zertifiziert. z.B. von Babywalz
  11. Schwimmflügeli von Beco in der Grösse 00 (-15 kg) z.B. von Babywalz
  12. Auch die kleinen Füsschen sollen vor zu heissen Teerstrassen oder sonstigen Gefahrenquellen geschützt werden. Ich werde mich bestimmt wieder im Fachgeschäft beraten lassen. Ein Ledermodell soll es sein, damit kein Ausschlag entsteht, einer weichen Lauflernsohle sowie gutem Halt. Wie dieses Modell von Naturino, von welchem wir bereits jetzt unseren Lauflernschuh besitzen. z.B. von Walder Junior
  13. Die Auswahl an Sonnencremes ist enorm. Für die Neurodermitis bereite Haut ist die Wahl umso schwieriger. Eine Sonnenmilch/ Lotion ist pflegender als eine zähe Crème. Letztes Jahr verzichtete ich vollends auf chemische Filter und nutzte die Pelsano Sonnenmilch sowie Daylong Baby, wobei ich die von Pelsano als angenehmer und pflegender empfand. Dieses Jahr habe ich mal Muster von La Roche Posay auf den Händen ausprobiert und diese wurden bis jetzt gut vertragen. Es gibt neu auch eine für Babies mit UV Schutz 50+ und eine wasserfeste für Kinder, ebenfalls mit 50+. Auch die pflegende Eubos Kinder Hautruhe mit UV Schutz 30+ verträgt der kleine Mann besonders gut im empfindlichen Gesicht. z.B. über Bio-Apo.ch. Bei wasserfesten solle man darauf achten, dass der Körper keinen Hitzestau bekommt und generell sei es besser den Körper mit UV-Kleidung zu schützen, als mit Sonnencrème. Wichtig, unter der UV-Kleidung keine Sonnencrème einschmieren und die Kinder nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen. NACHTRAG: Die chemisch-/mineralischen-Crèmen wie von La Roche Posay werde ich nur wegen dem Urlaub am Meer verwenden, da der kleine Mann wirklich sehr empfindliche Haut hat und angeblich eine mineralische Sonnencrème den Lichtschutzfaktor 50 nicht erfüllen könne. Jedoch habe ich nun eine ganz tolle 100% mineralische Crème gefunden, auch mit LSF 50. Ich werde sie mal noch zuhause testen und schauen was sie verspricht. Das ist die Eco Neutral, super Inhaltsstoffe, ohne Tierversuche und sehr pflegend. Für die weniger intensiven sonnigen Tagen in der Schweiz habe ich auch noch eine mit absolut risikofreien Inhaltsstoffen, ebenfalls ohne Tierversuche und für die empfindliche Haut gefunden: Die Attitude Little Ones mit LSF 30. Bei beiden hatte er bis jetzt noch keinen Ausschlag bekommen und konnte auch auf einem akuten Ausschlag aufgetragen werden, ohne ihn zu verschlimmern. Als Tipp um die eher zähen mineralischen Crèmen aufzutragen und ohne die Haut auszutrocknen, riet mir die Mütterberaterin vor dem Auftragen  ganz wenig Öl (Olivenöl, Babyöl (Weleda etc.)) in die Haut einzumassieren. Der Apotheker erklärte mir zudem das ein LSF 25 oder 30 schon sehr hoch sei und bis zum LSF 50 eine geringfügige Steigerung wäre. Das Wichtigste sei, dass man die Crème dick genug auftrage und nicht nur eine Haselnussmenge. Dann bräuchte man für die Kleinen, die ja auch nur kurz in der Sonne sind, eigentlich gar keinen LSF 50.
Jetzt muss nur noch die Mama eine geeignete Badehose für das Kaschieren der After-Schwangerschaftsproblemzonen finden. Hilfe. Drückt mir die Daumen.
Ich wünsche euch einen wunderbaren Frühling und einen guten Start in den kommenden Sommer!
Wiesenblümchen