Schwangerschaftsrückblick – eine kugelrunde Sache neigt sich dem Ende zu und eine neue Ära beginnt

Da sitze ich nun. Seit 4 Uhr morgens wach. Gefühlte drölftausend Toilettengänge später. Das Schwangerschafts- aka Stillkissen schon längst in eine Ecke des Bettes verbannt, da ich dieses „Gewurstel“ (wortwörtlich!) bei jedem Seitenwechsel inzwischen satt habe und mein Magen knurrt. Anstatt bis zum ersten Milchschoppen-Einsatz mir die Nacht oder bereits den Morgen mit Netflix, Blogs & Proforma-Dösen totzuschlagen, habe ich mich heute mal zu etwas Sinnvollerem aus dem Bett gewagt und auch gleich die erste Waschmaschine gefüllt. Geschlafen wird ja später noch. Mit Kleinkind. Und in naher Zukunft mit einem weiteren Baby. *hüstel* Nun gut, die Natur wird sich auch hier ihr Übriges gedacht haben. Einmal Mombie, immer Mombie. In weiser Voraussicht habe ich gestern auch gleich meinen Blush-Vorrat aufgestockt. Damit in den nächsten Wochen und Monaten immerhin ein Teil meines Gesichts einen Hauch Farbe abbekommt.

Anyway. Ich schiebe das alles mal auf den Schwangerschaftshormonmix und Nestbautrieb. Denn unsere Countdown-Girlande (wer nun „eine bitte was?!“ aufschreit, findet hier eine ähnliche Papierkette wie unsere), also eine Art papierige Strichliliste zur Veranschaulichung und Vorfreude aufs Baby Nr. 2 für Kind Nr. 1 oder eine Art Dauer-Reminder für die vergessliche Mama. Jeden Tag wird eine Papierschlaufe abgeschnitten und meine Geburts- und Wochenbett- To-Do-Liste zum Glück immer kleiner. Funktioniert übrigens auch prima für Ferien, Geburtstag oder anderen tollen Ereignissen.

Diese Vorbereitungen machen ja wieder unglaublich Lust auf so ein kleines Baby. Erst gestern trudelten die Windeln von Lillydoo nun auch in der kleinsten Grösse bei uns ein. Ich sag’s euch: Jöööööö!!!

Aber man (oder zumindest ich) wird da irgendwie auch etwas sentimental. Der Kinderwagen wird wieder auf die Babywanne umgerüstet, das Beistellbett ans Bett geschraubt, der Maxi Cosi im Auto installiert. Hach, in all diesen Dingen lag doch schon mein Baby Nr. 1. Wie die Zeit verfliegt.

Diese Schwangerschaft lief glücklicherweise ziemlich problemlos und ohne grosse Beschwerden vonstatten. Hmm ja, gestern Abend konnte ich mich vor lauter Tatendrang abends zwar kaum mehr bewegen. Reminder an mich: Unbedingt noch einmal zur Schwangerschaftsmassage und mich verwöhnen lassen. Und im Sommer konnte ich kaum einen Schritt machen ohne in Hitzewallungen zu verfallen. Aber ansonsten alles so ziemlich im Normalbereich.

Gut habe ich zu Beginn der Schwangerschaft von meiner lieben Freundin ein Schwangerschaftstagebuch bekommen. Denn wie schon mehrmals erwähnt, zogen Schwangerschaftswochen, Entwicklungsstadien usw. nur so an mir vorbei. Darin habe ich dann doch meine Gedanken, Erinnerungen, Momente und Ultraschallbilder festgehalten.

Auch ein Umzug in einen neuen Kanton hat unsere 3,5 köpfige Familie gewuppt. Wir fühlen uns zwischenzeitlich sehr wohl und konzentrieren uns nun auf eine hoffentlich möglichst entspannte Wochenbettzeit.

Den kleinen grossen Tiger habe ich schon ganz früh in die Schwangerschaft mit einbezogen, Bücher vorgelesen, Tritte spüren lassen, bei der Babybettmontage mithelfen lassen usw. aber dennoch versucht, das Baby nicht ständig zu erwähnen. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich unsere Familie danach neu zusammenfügt und einspielt. Aber eines weiss ich mit Sicherheit. Sie wird sich komplett anfühlen. Mit vielen unvergesslichen Momenten. Und ganz viel Liebe.

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Bild: © Fräulein Tiger

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In meine Kliniktasche kommt mit…

Die letzten Wochen sind angebrochen. Eine bis jetzt tolle und diesmal sehr sorgenfreie Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu. So schön, durfte ich ein solches Wunder noch einmal erleben. Dennoch bin ich nun gegen den Schluss ganz und gar nicht unglücklich darüber bald ein paar Kilos wieder verlieren zu dürfen – sodass das Dauerspielen am Boden sowie auch Spaziergänge wieder angenehmer werden – meine Elefantenfüsse wieder eine normale Grösse annehmen und ich stattdessen mein zweites Bündel Liebe in den Armen halten kann.

Und da es schon ab nächster Woche theoretisch losgehen könnte, muss ich mich langsam aber sicher um meine Kliniktasche kümmern. Die Baby-App hat mich ja schon länger dazu aufgefordert. Aber irgendwie wird man auch damit beim zweiten Mal etwas gelassener. Dazu kommt, dass die wenigen Kleidungsstücke, die mir überhaupt noch passen auch noch getragen werden müssen. Füdliblutt durch bisenhaftes Herbstwetter spazieren ist nun mal nicht möglich und erst recht nicht mehr ansehnlich. Anyway, die Liste für den Koffer liegt zum Abhaken bereit, damit mir meine Schwangerschaftsvergesslichkeit ja nicht in die Quere kommt und ich mich dann nur noch auf eeeeeinatmen und aaaausatmen konzentrieren muss. Ohhhhmmm.

Und falls ihr euch ebenfalls in der gleichen Lage befindet und auch eher das Handy als die analoge Checkliste dabei habt, hier noch die wichtigsten Dinge, die mit sollen:

Für die Mama:

  • Necessaire mit Toilettenartikel (Zahnbürsteli, Haarbürste, Haargummis, Deo & Co)
  • bequeme Kleidung für die Geburt, die auch dreckig werden darf
  • bequeme Kleidung für den Spitalaufenthalt und die Heimreise (Leggings, Trainerhosen, Stilloberteile etc.)
  • Finken / Hausschuhe
  • warme Socken
  • Pyjama
  • bequeme Unterhosen
  • Still-BH’s und/ oder Bustiers
  • ev. Brille und ev. Kontaktlinsen
  • Fotoapparat und / oder Handy inkl. Ladekabel
  • ev. persönliche Stillhelfer (Salbe, Hydrogel-Pads, Stilleinlagen etc.)
  • ev. Snacks
  • ev. Medikamente
  • ev. ein Geschenk vom älteren Geschwister fürs Baby (falls Papa es am Tag X vergisst und immerhin an die Jacke von Sprössling Nr. 1 gedacht hat)

Für das Baby:

  • ev. Stillkissen
  • Babykleidung fürs erste Foto sowie die Heimreise (Body, Strumpfhose, Strampler oder Hosen, Mützchen, Jäckchen, Finken oder Söckchen)
  • Babyschale oder Kinderwagen, je nach Transportmittel
  • Warme Decke oder Fusssack
  • ev. ein Geschenk für den älteren Bruder oder Schwester
  • ev. Nuggis

Dokumente:

  • Blutgruppenkarte
  • Identitätskarte
  • Krankenkassenausweis
  • Geburtsanmeldung fürs Zivilstandsamt
  • Einwilligungserklärung zur Schmerzbehandlung während der Geburt
  • Eintrittsformular
  • Familienbüchlein, falls verheiratet, oder Personenstandsausweis und evtl. die Vaterschaftsanerkennung, wenn ledig oder geschieden
  • ev. Quittungsbeleg für Aufzahler
  • ev. Allergiepass sowie weitere medizinische Dokumente
  • andere Dokumente nach Anweisung des Spitals

Und was bei mir diesmal ganz sicher in die Kliniktasche kommt, habe ich hier aufgelistet:In meine Kliniktasche kommt

  1. Der kleine Baby-Bruder möchte sich gleich mit dem Waytoplay-Strassenset  beim grossen Bruder etwas beliebter machen und sich damit für den hoffentlich lieben Empfang bedanken.
  2. Die hübsche Nuggikette mit Holz- und Silikonperlen sowie sehr praktischem kleinen Clip verschenkt der stolze grosse Bruder.
  3. Mein iPhone muss natürlich für erste Fotos sowie Geburtsverkündung unbedingt mit, danach soll es diesmal unbedingt wieder weggelegt werden und einfach nur den besonderen Moment genossen werden.
  4. In dieser Schwangerschaft habe ich besonderen Wert auf 2 in 1 Kleidung gelegt. Wie zum Beispiel dieses Umstandsshirt mit Stillfunktion. Super Bequem und praktisch.
  5. Auch meine liebsten Anita Still-BH’s in schwarz und weiss müssen wieder mit.
  6. Ich liebe diese Umstands-Jogginghosen. Die werden bestimmt auch nach der Geburt noch eine Weile getragen.
  7. Auch beim Pyjama habe ich auf eines mit Vorher-Nachher-Funktion gesetzt. Wie zum Beispiel dieses für bequemes Stillen und Kuscheln.
  8. Die Nooshi-Blanket von Petit Stellou ist quasi ein Geschenk an mich selber. Frau gönnt sich ja sonst nichts. ;-) Sie ist eine leichte Decke fürs Baby, Schal, Stilltuch, Strandtuch, Schlaf- und Blendeschutz in einem. Da hüpft das zweifache Mami-Herz.
  9. Meine ultrabequemen Birkis begleiten mich auch dieses Mal wieder durch die gesamte Schwangerschaft und kommen auch erneut mit in den Gebärsaal.
  10. Als Zweitgebärende und hoffentlich erneut Stillende, habe ich diesmal gleich meine liebsten Stillhelfer schon dabei. Damit es diesmal hoffentlich am Anfang ein kleeeeines bisschen weniger weh tut. Da wären waschbare Silber-Stilleinlagen, wunderbar kühlende Hydrogel-Pads, Still- oder Brusthütchen in meiner Grösse, Rafael Brustwarzensalbe (da ich Purelan äusserst klebend und unangenehm finde) und meine neuste Entdeckung und ein weiteres Highlight der natürliche Stillbalsam von Attitude. Den nutze ich bereits jetzt als Vorbereitung und pflegt auch gleich meine trockenen Lippen.
  11. Und dann natürlich noch Babys erstes Outfit für den Heimweg. Wie z.B. diese Kombi. Ein praktischer Wickelbody, Babystrumpfhosen, bequeme Jerseyhose, ein wärmenden Feinstrick-Cardigan, ein Baumwoll-Häubchen sowie Strick-Finkli oder warme Socken.

So das war’s vermutlich für ein Weilchen von mir. Sollte mich nicht noch ein unerwarteter Energie- und Kreativschub heimsuchen, bin ich vermutlich ganz im Nestbau-, Geburts- und Wochenbettmodus. Bis bald ihr Lieben!

Bilder © Fräulein Tiger

Alles anders und doch so gleich

Die zweite Schwangerschaft verfliegt irgendwie im Nu. Bald ist schon Halbzeit und ich vergesse tatsächlich immer wieder, dass ich überhaupt schwanger bin. Einzig die liebevollen Tritte und Purzelbäume, die ich dieses Mal noch viel früher spüren konnte als damals beim kleinen Tiger, sowie der Blick in den Spiegel und die bedeutend grössere Kugel als in Schwangerschaft Nummer 1 erinnern mich immer wieder daran.

Und natürlich die tolle Baby-App, die mich wöchentlich mittels Erinnerung (völlig absurd, denken sich vermutlich Erstgebärende, die bereits alles auswendig können) in Sachen Grösse, Entwicklung, Gewicht sowie in puncto Schwangerschaftswoche up to date hält. Das liegt vermutlich auch daran, dass auch ich die App während der ersten Kugelzeit verschlang, mehrmals täglich voller Spannung die Infos dort abrief, Ratgeber gelesen habe und sich nun in den letzten drei Jahren einfach nichts massgebendes verändert hat. Einzig in Sachen Lebensmittel musste ich mich erstmal wieder auf den neusten Stand bringen.

Dazu kommt, dass sich mein Leben auch sehr verändert hat. Ich teile mir als Vollzeitmama den Tag frei ein. Gönne mir Pausen, hetze nicht herum, geniesse die Zeit mit meinen 1,5 Söhnen und lasse den Haushalt auch einfach mal links liegen. Das tut mir, dem Baby und vor allem auch dem grossen Bruder sehr gut.

Ach ja, nicht alles ist anders. Wir bekommen wieder einen Jungen und sind überglücklich! Mädchennamen wollten uns schon zu Beginn partout nicht einfallen und für uns war irgendwie schon ganz früh klar, dass wieder ein Junge unterwegs ist. Klar, es bestand wie immer eine 50/50 Chance, doch unser Gefühl hat uns nicht getäuscht und die Namenswahl ist schon lange gefallen. Noch ein To Do Punkt weniger.

Der Kaufrausch hält sich dementsprechend auch sehr in Grenzen und ich werde schon ganz emotional beim Gedanken Mini Nr. 2 in den süssen Kleidchen vom damals winzigen Baby-Tiger zu sehen. Jöööö.

Und eins ist natürlich ganz genau gleich. Diese riesige Vorfreude auf dieses winzige Wesen, das unsere kleine Familie bereichern wird, die Herzsprünge beim Ultraschalltermin und die unermessliche Liebe.

Babyglück zum Zweiten

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Nach einer ziemlich ruhigen Phase wird es hier heute wieder einmal etwas persönlicher.

Wie ich ganz zu Beginn meines Blogs hier geschrieben habe, waren damals die Aussichten über ein einfaches unbeschwertes schwanger werden nicht besonders rosig. Trotz meines sehr gebärfreudigen Alters, machte uns dieses verflixte Polycystische Ovar- / kurz PCO-Syndrom und den damit verbundenen unregelmässigen Zyklen erst mal einen Strich durch die Rechnung. Wie sich dann herausstellte, sind heutzutage mehr Frauen als man denkt davon betroffen. Diverse Kolleginnen bekamen die gleiche Diagnose gestellt. Wir alle nahmen schon ganz früh und lange die Pille und ich vermute noch immer, dass dies so ziemlich alles auf den Kopf gestellt hat.

In unserem Fall hatten wir ja nochmals grosses Glück und mussten trotz PCO-Syndrom verhältnismässig nicht allzu lange auf unser erstes positives Testergebnis warten. Ich bin immer noch überzeugt davon, dass die Akupunktur Behandlungen sowie den ständigen Arztbesuchen einen Schlussstrich zu setzen ebenfalls ihr Gutes dazu beigetragen haben.

Jedoch endete diese erste Schwangerschaft in einer Eileiterschwangerschaft. Es war ein furchtbares Erlebnis, über das ich lange Zeit nicht besonders gut reden konnte. Ein trauriger Verlust, nachdem man den Embryo mit intaktem Herzschlag im Eileiter hat sitzen sehen, ein Baby das man sich so sehr gewünscht hatte, das unverzüglich „entfernt“ werden musste. Denn mein Leben war damit ja auch in Gefahr. Alles ging ruckzuck und ich stand ziemlich unter Schock. Ich zitterte dermassen, als ich in den OP gefahren wurde und konnte mich an keinen Moment erinnern, an dem ich jemals so viel Angst gehabt hatte. Dazu kam diese riesige Unsicherheit, was schlussendlich alles entfernt werden musste. Gott sei Dank konnte der Eileiter erhalten bleiben, der ab nun jedoch dank der Vernarbungen der Operation anfälliger für eine weitere Eileiterschwangerschaft war. Und ich lebte. Trotz der Trauer und dem Schock – das schlussendlich wertvollste Geschenk. Ich fühlte mich noch Wochen danach furchtbar schwach, hatte viel Blut verloren und hatte Schmerzen im Bauch. Vom Herz ganz zu schweigen.

Doch das Schicksal oder die Natur meinte es sehr gut mit uns. Bald schon machte sich erneut trotz PCO-Syndrom ein weiteres kleines Würmchen zu uns auf den Weg, das unser Leben zum Positiven veränderte.

Auch hier habe ich schon mal erwähnt, dass die Schwangerschaft mit dem kleinen Tiger nicht nur reibungslos verlief. Nach der ganzen Achterbahnfahrt war ich oftmals sehr schnell besorgt, dass mir auch dieses Baby wieder genommen werden konnte.

Doch wie ihr alle wisst, kam alles gut. Ach was, es kam noch viel besser und macht mich nun zur glücklichsten Mama der Welt.

Das Mama Sein hat mich verändert und mir gezeigt wie gross (m)ein Herz voller Mutterliebe sein kann.

Solch ein grosses Wunder wollte ich wahnsinnig gerne irgendwann, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, nochmals erleben dürfen.

Und der Moment kam. An dem ich mir vorstellen konnte, auch ein weiteres Kind nochmals so fest lieben zu können und alles nochmals von Anfang an erleben zu dürfen.

Und als hätte es das gespürt, hat sich ein weiteres kleines grosses Wunder zu uns auf den Weg gemacht.

Vom PCO-Syndrom war seit der letzten Schwangerschaft übrigens keine Spur mehr zu sehen. Dies möchte ich hier nur erwähnen, um anderen PCO-Frauen Mut zu machen. Denn von diesen „Ein Schuss, ein Treffer“-Angeberinnen halte ich grundsätzlich nicht besonders viel. (Was nebenbei manchmal auch gar nicht wirklich der Wahrheit entspricht.) Super schön für alle diejenigen, bei denen es so schnell und unproblematisch geklappt hat. Ich weiss ja nun ebenfalls wie sich das anfühlt. Aber bin ich oder sind wir deshalb etwas besseres? Kein Stück. Wir hatten einfach Glück. Denn das alles ist doch einfach eine Laune der Natur. Ich weiss von einigen Frauen, die unter unerfülltem Kinderwunsch leiden oder litten, die man mit solchen Aussagen auch einfach immer wieder (absichtlich oder nicht) verletzt. Ein bisschen mehr Feinfühligkeit wäre hier deshalb manchmal ganz schön.

Das man sich über den Familienzuwachs riesig freut, ist jedoch absolut richtig und sollte keinesfalls entschuldigt werden. Denn es ist nach wie vor ein riesiges Wunder und das sollte unbedingt gefeiert werden!

Obwohl mir das ganze Tohuwabohu mit dem schwanger werden dieses Mal glücklicherweise erspart blieb, fürchtete ich mich dann doch sehr vor einer erneuten Eileiterschwangerschaft. Dieses Mal mit anderen Gefühlen. Da ist ja bereits ein Kind, das mich braucht. Eine eventuelle Notoperation fühlte sich diesmal als Mama noch viel bedrohlicher an. Da war das Leben des noch winzigen Embryos nicht mehr ganz so wichtig wie damals. Sondern mein Leben, um für meinen Sohn da zu sein. Ich werde ja nun anders gebraucht und das machte mir Angst.

Aufgrund meiner Vorgeschichte bekam ich zum Glück sofort einen Termin. Weitere Termine mit Ultraschall und Blutabnahmen folgten. Doch schon bald hatten wir die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist und wir endlich überglücklich und guter Hoffnung sein konnten.

Dieses Mal kann ich die Schwangerschaft mit meinen Lieblingsmännern an meiner Seite hoffentlich noch einmal in vollen Zügen (abgesehen von den normalen Schwangerschafts-Wehwehchen) geniessen. Denn dies wird ziemlich sicher die Letzte sein.

Ein neues Abenteuer beginnt. Und wir freuen uns riesig.

Bild: © Fräulein Tiger

Meine persönlichen Schwangerschafts-Must-Haves

Schwangerschafts-Must-Haves

Nr. 1: Als Ratgeber habe ich mich für das grosse Mama Handbuch entschieden. Es gefiel mir sehr, da es nicht zu sachlich geschrieben ist, einen emotional abholt und viele praktische Tipps beinhaltet. Zudem werden nicht nur die einzelnen Phasen der Schwangerschaft sowie der Geburt beschrieben, sondern begleitet einen auch noch in den ersten 10 Monaten mit Baby. Als weiteres Extra empfand ich die Mamaplus-Verweise im Buch mit denen man im Internet mittels Codeeingabe weitere Zusatzinformationen zum Lesen, Ausdrucken etc. erhält.

Nr. 2: Einen bequemen Bustier zum Beispiel von Zalando für die empfindliche und wachsende Brust.

Nr. 3: Umstandsjeans von H&M, sitzen einfach super, haben einen bequemen Bund und das Wichtigste: Andere merken gar nicht, dass es Umstandshosen sind. Auch die Umstandsleggings und die Hotpants fand ich super. Diese Kleider habe ich auch nach der Geburt gut und gerne getragen bis mir meine alten Hosen wieder gepasst haben. Auch ein paar Oberteile waren schön. Aber dafür griff ich meistens eher zur normalen Damen-Abteilung und nahm das Oberteil einfach ein zwei Nummern grösser.

Nr. 4: Schöne und schlichte Echtleder-Stiefeletten zum Beispiel von MAX Shoes, die sich beim Tragen den Füssen anpassen, mit rutschfester Sohle und praktischem Reissverschluss an der Seite begleiteten mich die ganze Schwangerschaft über und erwiesen mir einen guten Dienst. Auch mit etwas angeschwollenen Füssen waren sie gut zu tragen und durch den seitlichen Reissverschluss wurde mir das An- und Ausziehen sehr erleichtert. Im Winter liess ich meine dann zusätzlich noch vom Schuhmacher winter- und rutschfest besohlen.

Nr. 5: Schwangerschafts-Yoga: Unglaublich entspannend, super Geburtsvorbereitung, toller Austausch mit anderen Schwangeren und schöne Mantras, die ich meinem kleinen Tiger jetzt noch vorsinge. Er hat die im Bauch schon so geliebt und dazu immer wild Purzelbäume geschlagen. Ein Pluspunkt für mich: Auch ohne Yoga-Erfahrung super machbar. Ich war im Sundari-Yoga in St. Gallen bei Tanja, die sich vor kurzem mit dem Yoga-Loft selbständig gemacht hat.

Nr. 6: Einen schönen Damen-Rucksack oder eine stilvolle Tasche mit Schultergurt zum Umhängen zum Beispiel von Zara. Denn gegen das einseitige Tragen am Arm wehrten sich schon bald mein Rücken und die Babykugel.

Nr. 7: Multivitamin- und Folsäurepräparate sowie Omega3-Fettsäuren zur bestmöglichen Unterstützung einer gesunden Embryonal-Entwicklung, zum Beispiel von Elevit.

Nr. 8: Still- oder Lagerungskissen zur Entspannung auf dem Sofa oder für einen besseren Schlaf in der angenehmen Seitenlage. Meins war von Centre Art und gab’s in einem schönen beige-farbigen Bezug mit kleinen weissen Pünktchen. Zum Beispiel von Babyjoe oder Senn Pro Baby St. Gallen.

Nr. 9: Mit dem App von Babycenter sowie dem Swissmom-Schwangerschafts-Newsletter war ich auch in der digitalen Welt stets up to date und verkürzten mir damit die Wartezeiten im Zug, beim Frauenarzt usw.

Nr. 10: Blévitas aus der Migros. Ein Migros-Kind war ich schon immer. Blévita-Knabbern war mein Heilmittel gegen die Übelkeit und waren für aus dem nichts kommende Hungerraste stets griffbereit in meiner Handtasche.

Nr. 11:  Ein pflegendes Öl oder Crème zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen halten die Haut geschmeidig. Hat bei mir jedoch nur bedingt genützt. Veranlagung und ein schlechtes Bindegewebe spielen eine wichtige Rolle. In den letzten zwei Wochen, als der Bauch dann in den Endspurt ging, riss mir die Haut dann doch noch an einigen Stellen. Zur Vorbeugung gibt es zum Beispiel The Tummy Rub Butter von Mama Mio.

Nr. 12: Immer in meiner Handtasche: Der Ultra Glossy Lippenstift von Kiko in einem saftigen Beerenrot. Verhalf mir in den komatösen Müdigkeitsanfällen und der Übelkeitsphase trotzdem zu einem Frische-Kick.

Nr. 13: Von wegen Schwangere haben eine lupenreine Haut. Durch die anfängliche Hormonumstellung und den „angeblichen“ Jungs-Hormonen des kleinen Tigers glich mein Gesicht dem eines Teenagers. Pickel wurden zuverlässig mit meinem Clinique Concealer abgedeckt.

Vom schwanger werden zum schwanger sein

Hach. Endlich schwanger. Und zwar so richtig. Whoop whoop! Und jetzt das kleine süsse Geheimnis für sich behalten, obwohl man es doch laut in die Welt hinaus rufen möchte. Hey, schaut mal alle her, in mir wächst gerade ein kleines etwas heran, das jetzt bereits so gross wie eine Bohne ist. Oder war’s doch eine Erbse? Kurz mal nachschauen, was die Babycenter-App dazu meint. Ach ja Kidneybohne. Also doch. Und gleich verfalle ich wieder in einen kurzen Jöö-Schock-Zustand. Ich könnte meinen Bauch ständig streicheln, um dem kleinen Wunder jetzt schon das Gefühl zu geben, dass ich es von ganzem Herzen lieb habe. Aber wie ich dann in einem späteren Stadium erfahren habe, soll Bauch streicheln Wehen auslösen. Aber dazu später.

Ich war also schwanger. Und das merkte ich vom allerersten Tag an. Mir war ständig übel, war komatös müde und hatte unendliches Verlangen nach Cheese-Burgern.  Ich die „Vegetarierin“. (Anmerkung der Redaktion für alle nicht Vegis: Ich mag einfach die Konsistenz des Fleisches bis auf ein paar Ausnahmen nicht. Und es lebt sich fleischlos wirklich gut. ;-)) Das war also eine ganz klare Sache. Doch dann kam ein echter Rückschlag. Mein Mann und ich verbrachten gerade Ferien im wunderschönen Südfrankreich mit den zuvor beschriebenen Schwangerschaftssymptomen im Gepäck *yeah*, da wurde uns im Spital weisgemacht, dass sich unser lang ersehntes Wunder schon früher verabschiedet hätte. Kein Herzschlag sichtbar. Und mein Herz war mit einem Knall in viele kleine Teile zerbrochen. Wieder zuhause angekommen, mit den weiterhin anhaltenden Schwangerschaftssymptomen, ging ich zu meinem Frauenarzt, der mich bereits per Telefon sehr unterstützt hatte und somit zu meinem Held im weissen Kittel wurde. Er verkündete nach einem weiteren Ultraschall-Untersuch euphorisch, dass man „schwangerer“ gar nicht sein könnte und zeigte uns den kleinen nervösen Fleck auf dem Bildschirm. Das Herz schlug ja doch. Erst völlig verdattert, aber dann machte mein Herz Luftsprünge. Und gleichzeitig konnte ich den französischen Arzt ohrfeigen. Damit abschliessen und nach vorne schauen war die Devise. Von nun an galt es noch mehr auf mein kleines Wunder zu achten. Und es gedieh prächtig. Bald schon erfuhren wir, dass wir einen Sohn erwarten und damit konnten auch gleich alle Vorbereitungen fürs Kinderzimmer-Einrichten getroffen werden. Hurra. Dann folgten die ersten Turnübungen. Ich weiss es noch so genau, als wäre es gestern geschehen. Ich war bei der Arbeit und telefonierte mit einem ehemaligen Arbeitskollegen. In diesem Moment spürte ich seine ersten Purzelbäume und es fühlte sich wirklich wie in diversen Ratgebern beschrieben so an wie lauter Schmetterlinge. Die Bewegungen wurden stärker und konkreter, man konnte nun ein Po oder ein Rücken oder ein anderes Körperteil spüren oder erahnen. Ich freute mich jeden Tag darauf und genoss es wahnsinnig. Somit hatte ich auch immer die Bestätigung, dass es dem kleinen Mann gut geht.

Um unser Glück perfekt zu machen, gaben wir und Michelle Hunziker ihrem Tomaso, ebenfalls schwanger, uns am 10.10.14 das Ja-Wort. Wie im ersten Beitrag bereits erwähnt, war es wirklich ein wunderbarer Tag, den ich mir nie im Leben so schön vorgestellt hätte. Richtig romantisch, obwohl ich das doch sonst so gar nicht bin. Doch die ganzen Hochzeitsvorbereitungen und einen Schicksalsschlag in der Familie waren meinem Baby wohl etwas zu viel des Guten. Es zwang mich zur Liegepause. WC hin und zurück, das war’s. Angst machte sich breit, was wenn es doch nicht gut ausgeht. Aber ich sagte meinem kleinen Knirps immer wieder, dass er noch warten soll. Ans Bett oder aufs Sofa gefesselt zu sein, war für einen keine Langeweile-kennenden Menschen wie mich furchtbar. Zum Glück durfte ich in den eigenen vier Wänden bleiben und es erholte sich dann doch schneller als gedacht. Ich konnte sogar wieder voll arbeiten gehen und wieder alles was mir Spass machte unternehmen. Die Kugel wurde aber immer grösser und es wurde auch immer umständlicher. Dann kommt der Punkt, an dem man dann wirklich nur noch möchte, dass sich das Baby auf den Weg macht und man es endlich in den Armen halten darf. Und wie immer ist es irgendwann so weit und das Gefühl war unbeschreiblich. Jetzt ist er da und ist perfekt. Ich bin so wahnsinnig dankbar.

Und noch ein High-Five und dicken Kuss an meinen Lieblingsmann mit dem ich heute unseren ersten Hochzeitstag feiern darf. Ein wahnsinnig spannendes Jahr voller Emotionen ist vergangen. Und wir haben es geschafft. Der erste Meilenstein ist erreicht. Denn nicht zu vergessen, so ein Baby kann definitiv zum Beziehungskiller werden. Aber ich bin glücklich. Sehr sogar. Und ich liebe dich von ganzem Herzen.

Und ebenfalls ein High-Five an Michelle und Tomaso nach bella Italia.

Hochzeit

Wie alles begann – Projekt Wunschkind – schwanger werden

Bei Fräulein Tiger wird sich also vieles ums Mama-Sein drehen, aber dass sich das Mama-Werden manchmal als schwieriger als gedacht erweist, darüber wird heute noch immer nicht allzu offen gesprochen. Wenn man aber das Schlagwort „schwanger werden“ oder ähnliches in die Suchmaschine eintippt, ist das WWW übersät mit Tipps, Ratgebern, verzweifelten Frauen in Foren usw. Hat man sich jedoch den Wunsch ein Baby zu wollen in den Kopf gesetzt, ist es manchmal schwierig, oder ich lehne mich mal etwas weiter aus dem Fenster, fast unmöglich nicht jeden Monat ganz gespannt und hoffnungsvoll beim Teststreifen auf die zweite Linie zu starren. Die jedoch einfach nicht erscheint. Mist wieder nur das Kontrollfenster. Also stimmt das Ergebnis. Aber was stimmt nicht mit mir? Es wurde doch immer laut angepriesen, schwanger werden sei das Einfachste der Welt. Sonst wären wir ja bereits ausgestorben. Bin ich also eine Mittzwanziger in einem Körper einer Mittvierziger?! So zumindest fühlte ich mich nach einigen Besuchen beim Frauenarzt, der mir nichts tolles prophezeite. Also wechselte ich den Arzt und gelangte zu meinem zukünftigen Held im weissen Kittel. Der riet mir vor allem zur Gelassenheit, was wie oben bereits angetönt, nicht mehr ganz so einfach war. Doch ich nahm ihn beim Wort und legte den Wunsch etwas beiseite, ach was, ich legte halt einfach keine Teststreifen mehr auf Vorrat an und vertraute schlussendlich meinen Eierstöcken. So. Ich ging dann aber trotzdem noch nebenan zur Akupunktur beim Chinesen meines Vertrauens. Er behandelte mich mit zig Nadeln, gab mir Menu-Empfehlungen, stellte die Energielampe an und gab mir vor allem eins: Entspannung. Zwei Stunden Ruhe, Wärme, Gelassenheit und Zuversicht für unser Projekt Wunschkind. Zum Abschluss einen Tee und zuhause tiefenentspannt ins Bett. Was soll ich sagen, der Spruch „abwarten und Tee trinken“ hat in meinem Fall gewirkt. Der zweite Strich war schon in naher Zukunft zwar nur ganz blass zu sehen, aber er war da. Endlich. Das Abenteuer begann.

Olivia mit Henrik