Ein Köfferchenhaus für Frederick

Letztens habe ich mich in einer freien Minute auf die Couch verkrümelt, um die aktuelle Ausgabe des Eltern-Magazins verschlingen zu können. Keine Seite wurde ausgelassen, ist ja klar. Ich frage mich, wie die es bloss jedes Mal schaffen so tolle Beiträge in ein Heft zu packen. Hut ab – chapeau.

In einem Leserbrief wurde diesmal gebeten, die Artikel mit einer entsprechenden Tränenskala zu versehen. Damit die Leserin weiss, ob sie den Bericht in der Öffentlichkeit, wie beispielsweise im Zug, lesen kann ohne gleich losheulen zu müssen. Da stimme ich ihr vollkommen zu. Den Babyblues, der bei mir ein halbe Ewigkeit dauerte, ging nahtlos zum grenzenlos liebenden Mutterherz über. Oder wie nennt man das, wenn man bei JEDER Filmszene mit Baby gleich vor Rührung losheult? Ja und so war es auch dieses Mal. Frau liest und bricht völlig in Tränen aus. Der Lieblingsmann musste notfallmässig vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer als Trostspender einspringen. Genau so als nach 10 gemeinsamen Jahren Mc Dreamy, Patrick Dempsey alias Derek, in der Serie Grey’s Anatomy vor zwei Wochen starb. Fassungslos sass ich vor dem Fernseher, hoffte bis zum Schluss auf ein Happy End und heulte wie ein Schlosshund. So richtig. Mit verquollenen Augen am nächsten Tag und so. Zum fremdschämen ich weiss. Aber stellt euch mal vor, was in 10 Jahren alles so passiert. Die Beziehung mit Fernseh-Derek dauerte sogar ein Jahr länger als der Lieblingsmann und ich zusammen sind. Und wir hatten am 1. November bereits unser 9-jähriges Jubiläum. Auf uns, hurra!

Aber ich schweife ab. Also wieder zurück zum Anfang. Nach zwischenzeitlichen Schluchzern, stiess ich schlussendlich auf die Bastel-Rubrik. Gleich sprang mir das 5-Sterne-Haus für Oskar ins Auge. Oskar der Dachs bekam ein Köfferchenhaus. Mein Herz jubelte. Ich baute schon als ganz kleines Mädchen in beinahe jedem freien Schlupfloch im Wald kleine Wohnungen aus Moos und Ästen für meinen Bewohner namens Baski. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Dies zog sich dann weiter. Aus Pappkartons wurden auf einmal Mäuse-Auffangstationen. Aus Zündholzschächtelchen klitzekleine Apartments für irgendwelche Bewohner. Die ganze Palette weiss ich jetzt natürlich nicht mehr. Fest steht, ich wollte auch so ein Häuschen für meinen Sohn Henrik basteln. Da musste doch noch solch ein Köfferchen auf dem Dachboden meiner Eltern rumstehen, das irgendwelchen Krimskrams von dem ich mich nicht trennen konnte, hütete. Und da war es tatsächlich, mein Dschungelbuch-Köfferchen, mit dem ich meiner Mutter ein paar Mal nach einem Streit mit dem Auszug meinerseits drohte. So ich geh jetzt, tschüss Mami. Wird echt Henrik dieses Köfferchen auch mal als Druckmittel gegen mich verwenden? Haha wir werden sehen. Ein Gspänli hätte er ja bereits dabei. Denn bei uns ist der zuckersüsse Mäuserich namens Frederick eingezogen. Das Mäuschen war ein Geschenk von der lieben Melanie vom unglaublich tollen Online-Shop und Lädeli „Bella Casa„. Ein Besuch im Lädeli ist ganz weit oben auf meiner Prioritäten-Liste. Denn dieses befindet sich in Niederlenz, unserem neuen Wohnkanton, und ist nur ein Katzensprung von unserem Zuhause entfernt. Also hoffentlich bis bald liebe Melanie und nochmals vielen herzlichen Dank! Für die Bodenbeläge benötigte man Stoffreste. Da ich nicht nähe, Fehlanzeige. Da half mir doch glatt meine liebe Freundin Manuela aus und sandte mir diverse Stoffreste aus ihrer Sammlung. Vielen lieben Dank auch an dich! Zeitschriften wurden durchstöbert, es wurde wild ausgeschnitten, gebastelt und geklebt. Ich habe unserem Frederick drei schicke Räume gezimmert. Aus Streichholzschächtelchen wurden Esstisch und Kochnische mit Spülbecken und Herdplatten. Aus „WC-Rölleli“ wurde ein Sofa, das über Nacht als Bett fungiert. Aus einer kleinen Cake-Form wurde eine Badewanne. Aus einem Plastiklöffel das stille Örtchen. Als Badezimmer-Spiegel wurden spiegelnde Mosaik-Steinchen übers Lavabo geklebt. Ein Stuhl bekommt der kleine Frederick vielleicht auch mal noch. Im Moment ist er allem Anschein nach mit seinem Burger-Steh-Lunch sehr zufrieden. Der kleine Tiger ist ja sowieso noch zu klein für die Köfferchen-Immobilie. Würde er doch glatt die ganze Bude zum Einstürzen bringen und jedes Teilchen in den Mund schieben. Auweia. Aber am Maileg-Mäuschen Frederick hat er schon jetzt eine grosse Freude und wer weiss, vielleicht kann ich das Köfferchen ja glatt mal unter das nächste oder übernächste Weihnachtsbäumchen schmuggeln.

Wer also auch von so kleinen Häuschen entzückt ist, viel Spass beim Nachbasteln.

Köfferchenhaus

Köfferchenhaus

Köfferchenhaus

Köfferchenhaus

Fünf Sterne für Oskar

Fünf Sterne für Oskar

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