Herbstaktivitäten mit Kindern

Hach dieser Herbst ist ja wettertechnisch genau so toll wie der diesjährige Sommer. So kann es von mir aus weitergehen. Und an Weihnachten herrschen dann wohl etwa Herbsttemperaturen…

Morgens ist es aber trotz allem doch langsam sehr kühl und feucht geworden. Wobei nachmittags die Sonnenstrahlen wieder so richtig einheizen. Da bin ich wirklich froh, kann ich meine beiden Jungs jeweils nach und nach aus ihren tollen Softshell-Zwiebellooks „schälen“. Für’s Krabbelkind ist dieser Softshell Overall inkl. wasserfeste Booties von Reima einfach perfekt geeignet. Immer schön trocken und warm und doch nicht verschwitzt. Und dasselbe beim Grossen. Der ist mit seiner Softshelljacke mit oder ohne Matschhose jederzeit bestens angezogen. Und er findet sie einfach mega. So macht das Herumtollen gleich noch mehr Spass.

Denn Herbst ist für mich definitiv Spielplatzzeit. Entdeckungstouren werden gemacht, jegliche Naturschätze werden gesammelt (ich hab da einen ganz leidenschaftlichen Sammler), manchmal auch weiterverarbeitet oder einfach bespielt. Wir sind jetzt nicht soo die Bastler. Ich wüsste auch gar nicht, wo ich all diese Dinge aufstellen sollte. Ich freu mich daher fast mehr, wenn die gesammelten Stücke in einer Geschichte, einem Rollenspiel oder ähnliches wieder zum Einsatz kommen. Bis dahin sind alle Schätze in diversen Säckli (nach Blätter, Steinen, Ästchen, Nüssen, Kastanien etc. sortiert) untergebracht und können jederzeit hervorgekramt werden. Aber ein paar Ideen für In- und Outdooraktivitäten im Herbst wollte ich hier doch gerne festhalten:

  • Kastanien sammeln: für Kastanienschlangen, (oder andere Tiere, wobei ich bei diesen Zahnstöcherli-Tieren in Kombination mit dem Babytiger nicht sooo begeistert bin, dann stehen sie aus Sicherheitsgründen doch wieder nur auf dem Tisch..), Kastanienketten, Dino- oder Zootierfutter für die Schleich-Tierchen, „Marroni-Stand“, (Dino-) Landschaften / -Wälder, Kochutensilien in der Kinderküche usw.
  • Eicheln sammeln: lustige Gesichter auf die Eicheln mit deren süssen Hütchen malen, oder analog Kastanien für Futter oder Landschaften
  • Blätter: rechen im Garten, Laubhaufen für (Fantasie-) Igel herrichten, durch Blätterberge springen, Blätter sammeln, trocknen, als Stempel mit Acrylfarben auf gemalte Bäume oder Geschenkpapier etc. benutzen, oder analog Kastanien für Futter oder Landschaften, Laub-Igel/-Tiere kleben, Blätterkronen basteln
  • Steine: gehen immer. werden bei uns ganzjährig gesammelt und auf dem Sitzplatz regelrecht gehortet, daraus entstehen Labyrinthe für Ameisen, Dinos, Höhlen, Türme, spezielle Glitzersteine als Schätze, zurzeit wird alles mit seinem kleinen „Forscher“-Rucksack bis ins Detail untersucht, es wird gemeisselt, gehämmert, gepinselt, mit der Lupe untersucht… Es könnte sich ja irgendwo noch ein Knochen oder Fossil verstecken..zu süss!
  • Kürbisse/ Räbe: ich mag Kürbis ja am liebsten als Suppe verarbeitet.. oder dann als herbstliche Deko für draussen. Man könnte daraus Halloween-Gesichter oder andere Lampen schnitzen.. Oder hübsche Räbeliechtli für den Räbeliechtliumzug schnitzen.
  • an windigen Tagen: Drachen steigen lassen oder einfache Vogel-Drachen basteln und steigen lassen
  • Seifenblasen: Seifeblöterle geht immer! Wir haben diverse Pustefix-Utensilien und Seifenblasenpistolen, von ganz kleinen bis zu ganz grossen Blasen, aber Unmengen sollen es sein. Das freut gross und klein!
  • Kreidebilder malen
  • leckere Kuchen backen (Apfelkuchen, Marmorkuchen, Bananenbrot, usw…)
  • Museumsbesuche (z.B. Naturmuseum St. Gallen, Sauriermuseum Aathal)
  • Jahrmarktsbesuch, jetzt sind wieder überall tolle Herbstmärkte, die Kinderaugen leuchten lassen
  • sich einfach bewusst Zeit nehmen, den Moment geniessen, nicht von Termin zu Termin hetzen, den Jahreszeitenwechsel mit all seinen Facetten beobachten, staunen und schätzen…

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Ich wünsche euch weiterhin einen ganz bezaubernden Herbst!

Bilder © Fräulein Tiger

Die Reima Softshell Jacke sowie der Overall wurden mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Der Bericht beruht aber auf meiner eigenen persönlichen Meinung.

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Meine Kinder-Notfall-Apotheke / Erste Hilfe mit Hansaplast

Sommer

Meine absolute Lieblingsjahreszeit hat sich dieses Jahr besonders früh bemerkbar gemacht und die sonnigen Tage halten weiter an. Herrlich. Die Hosen werden wieder kurz getragen und die nackten Kinderfüsse springen über Pflastersteine und Wiesen. So soll es sein. Hurra.

Doch welches Mami kennt es nicht. Die Kinder stürzen im Eifer des Gefechts, sei es beim Laufen, mit dem Velöli usw. und holen sich Schürfwunden oder Ähnliches auf dem rauen Untergrund. Aber auch unseren ersten Bienenstich mussten wir letztens verarzten. Autsch.

Dann heisst es oftmals: Pusten, trösten, Pflaster drauf! Doch aufgepasst, wusstet ihr, dass man mit Pusten bei offenen Wunden oder eben Abschürfungen alles nur noch schlimmer machen kann? Denn das kann die Verbreitung von Bakterien unter Umständen sogar fördern. Auch die Wunde besser an der Luft trocknen und heilen zu lassen ist ein veralteter Mythos. Bei offenen Wunden sollte am besten immer ein Pflaster angebracht werden, das vor äusseren Einflüssen schützt.

Mein Nothilfekurs ist schon sehr lange her, doch mit den einhergehenden Geburten meiner Kinder bekamen zumindest die Notfall-Apotheke, Hausapotheke sowie Erste Hilfe Massnahmen gleich wieder einen höheren Stellenwert in meinem Leben. Denn als Mama möchte man ja nur das Beste für seine Kinder und die kleinen Schätze sollen deshalb auch jederzeit gut versorgt werden.

Doch seien wir ehrlich, was wir ganz genau in jedem Ernstfall tun müssen ist uns auch nach dem Nothilfekurs nicht omnipräsent. Widmen wir uns deshalb doch heute einfach mal der einfacheren Wundversorgung. Eine Schnitt- oder Schürfwunde ist ja so etwa eines der häufigsten Malheurs und macht auch vor uns Eltern (z.B. in der Küche beim Gemüseschnippeln usw.) nicht Halt. Ich bin ja ein ziemlicher ,,Schutzli“ und habe deshalb immer ein Pflaster in der Küchenschublade griffbereit.

Hansaplast Erste Hilfe

EINFACHE WUNDVERSORGUNG

  1. Um Infektionen vorzubeugen und zum eigenen Schutz: Hände mit Wasser und Seife waschen, mit einem Handdesinfektionsmittel reinigen oder Einweghandschuhe anziehen.
  2. Sollte die Wunde stark bluten, erstmals die Blutung stoppen. z.B. mit Druck einer sauberen Kompresse auf die verletzte Stelle. Die Wunde sorgfältig reinigen. Unter fliessendem kalten Wasser, mit einer sterilen Kochsalzlösung oder einem Wundspray. Sollten Fremdkörper in der Wunde stecken, nicht selber entfernen und den Profis überlassen. Anschliessend die Wunde und die umliegende Haut trocknen.
  3. Die Wunde vor Schmutz und Bakterien mit einem Pflaster oder sterilen Wundverband schützen. Das Pflaster täglich wechseln.
  4. Gegebenenfalls Wundheilsalbe auftragen, um die Heilung zu beschleunigen und eine Narbenbildung zu vermindern.

Nebst der medizinischen Wundversorgung sollte man sich auch unbedingt um die kleinen Patienten kümmern und ihnen Trost spenden. Auch dann, wenn es in unseren erwachsenen Augen nicht wirklich schlimm aussieht. Dies ist für mich persönlich ebenfalls ein wichtiges Thema und ich bin dazu auf einen ganz wunderbaren Artikel hier gestossen. Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn ist bereits vor einiger Zeit in meinen Ratgeberfundus eingezogen und gibt mir immer wieder ganz tolle Inputs, um die kleinen Menschlein besser verstehen und begleiten zu können.

Wie oft schleichen sich diese Floskeln „Ist doch nicht schlimm“, „Nichts passiert“ usw. in unsere damit eigentlich eher Möchtegern-Trostversuche. Einfach weil wir schon so erzogen wurden und sich das in uns verinnerlicht hat. Dabei weint kein Kind einfach ohne Grund. Und egal wie harmlos es in unseren Augen aussieht, für das Kind ist es in dem Moment einfach schlimm. Dabei helfen Verständnis und eine beruhigende Art viel mehr.

Auch Trostrituale können helfen. Hier ein paar Beispiele:

  • Tränchen abwischen und in den Arm nehmen
  • Dazu dem Kind etwas vorsingen: (Heile heile Säge, drei Tag Räge, drei Tag Sunneschy, s wird bald wieder besser sy / Heile heile Säge, drei Tag Räge, drei Tag Schnee, s tuet am Chindli nüme weh)
  • Es vom Schmerz ablenken (nicht mit Trostsüssigkeiten), z.B. mit einer erfundenen Geschichte, einem Buch vorlesen, einem Spiel usw.
  • Einem hübschen Pflaster

Meine Kinder haben mich nicht nur zur Wickelrucksackträgerin mit sämtlichem Klimbim von Nuggi über Ersatzklamotten usw. gemacht, sondern auch eine Notfall-Apotheke ist stets auf meinen Kamel-Karawanen-Streifzügen mit dabei.

In meiner Notfall-Apotheke befindet sich unter anderem folgendes:

  • Ein Schweizer Sackmesser, mit Pinzette und Schere
  • Händedesinfektionsmittel
  • Wundheilsalbe
  • Wundspray
  • Pflaster in diversen Grössen, Materialien und Sujets
  • Steri-Strips
  • Wundkompressen
  • steriles Hydrogelpflaster bei Verbrennungen
  • selbstklebender steriler Wundverband
  • Verbandpäckchen
  • Arnica-Gel
  • Arnica Globuli
  • Combudoron (zur Kühlung und Nachbehandlung von kleinflächigen Verbrennungen, Sonnenbrand und Insektenstichen)
  • Euphrasia-Augentropfen
  • Kochsalzlösung-Ampullen
  • Elektrolyt-Pulver
  • alkoholfreie Bachblüten-Tropfen
  • Fieberzäpfchen
  • Fiebermesser mit beweglicher Spitze
  • Feniallerg-Tropfen
  • Zeckenzange
  • Sicherheitsnadel
  • Verbandsschere
  • Alkoholtupfer
  • Ein Paar Einweg-Handschuhe
  • Erste Hilfe Broschüre

Wichtig: Immer wieder auf Ablaufdatum kontrollieren und Produkte gegebenenfalls ersetzen.

Zum Glück blieb vieles davon bis jetzt unbenutzt, doch es gibt mir gleich ein besseres Gefühl, wenn ich mit den Kindern damit unterwegs bin.

Ich wünsche euch möglichst unfallfreie Tage und einen bombastischen Start in den Sommer!

Sommer barfuss

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Hansaplast. Der Bericht beruht aber auf meiner eigenen persönlichen Meinung.

Bilder © Fräulein Tiger 

Brüder {Geschwister}

Brüder

Obwohl ich selber als Einzelkind aufgewachsen bin, was natürlich auch ganz schön war und bestimmt auch viele Vorteile mit sich brachte, war für mich eines immer klar: Ich wollte gerne, sofern die Natur, die Liebe und alle anderen Faktoren mitspielen, mindestens mal zwei Kinder haben. Denn besonders an Sonn- und Feiertagen oder in den Ferien sehnte ich mich doch sehr nach einem Geschwister. Immer Freunde oder Verwandte einladen zu müssen, ist halt doch nicht das Gleiche, wie wenn man nur unter sich ist.

Und wie ihr natürlich wisst, meinte es das Schicksal gut mit mir. Mit uns. Gleich zwei gesunde Kinder durfte ich zur Welt bringen und dafür bin ich jeden Tag unendlich dankbar.

Für den kleinen Tiger brauchten wir etwas Geduld und Zuversicht, wie ihr hier und hier bei Interesse nachlesen könnt. Doch der Babytiger gesellte sich dann ganz flott in die Runde, welche positive Erfahrung ich auch keinesfalls missen möchte.

Und nun sind wir bereits seit 8 Monaten zu viert. Da geht es natürlich bei einer 24/7 Betreuung nicht immer nur rosig wolkig und tralala zu und her. Hell no. Soll es auch nicht. Wär ja langweilig. Und langweilig wird es einem mit einem Bruder oder Geschwister bestimmt nicht. Und der Mama natürlich auch nicht…

Ein kleiner persönlicher Rückblick aus den vergangenen Monaten:

Da wurde 9 Monate lang ganz gespannt die wachsende Kugel und das hüpfende Etwas auf dem Ultraschallmonitor verfolgt und doch das Ausmass eines Geschwisters noch gar nicht recht verstanden. Wie denn auch, wenn man es nur von Büchern und Hörensagen kennt. Wir wussten schliesslich ja auch noch nicht was genau auf uns zukommen wird. Doch dann war es soweit.

Die Geburt kurz und schmerzlos. Hahahaha erwischt. Immerhin kurz. Nachts während du, mein Grosser, geschlafen hast. Genau so wie ich es mit deinem kleinen Babybruder vereinbart hatte. Ein letztes Mal nach 2 3/4 Jahren dich als „Einzelkind“ ins Bett bringen. Lange hat es gedauert bis du schlafen konntest. Spürtest vermutlich auch, dass etwas Grosses vor sich ging. Die Wellen kamen fast minütlich beim Gutenachtgeschichte-Erzählen. Ich saugte diesen „letzten“ Moment ein und versuchte mich gleichzeitig auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten.

Und dann kamst du, mein Kleiner. Geflasht von der Gefühlsexplosion von diesem erneuten grossen Wunder konnte ich in dieser Nacht kein Auge zumachen. Viel zu schön war dieser Moment. Das Kennenlernen. Das Beschnuppern und das Spüren wie mein Herz sich für einen weiteren Lieblingsmenschen vergrösserte. Verdoppelte. Zack, einfach so.

Der nächste Tag. Euer Papa war bereits wieder frühmorgens nach Hause gekommen, um die guten Nachrichten dem stolzen grossen Bruder zu überbringen, wonach sofort der erste Besuch im Krankenhaus folgte.

Da lag er nun. Der kleine Bruder, schlafend und erholend von der Ankunft auf dieser hellen neuen Welt. Und du mein Erstgeborener kamst mir mit einem Mal riiiiesig vor. Etwas wehmütig und doch voller Stolz und Liebe durfte ich zusehen, wie du deinen kleinen Bruder so liebevoll begrüsst hast. Ich konnte mir und kann mir bis heute keinen besseren grossen Bruder vorstellen.

Die ersten Tage daheim waren wie in einer rosa Wolke. Nur wir vier. Alles genau so wie wir es haben wollten. Kein einziges Mal musste ich dich ermahnen, vorsichtig und zärtlich zu deinem kleinen Bruder zu sein. Du achtetest ganz genau drauf, dass du ihm nicht weh tust oder es ihm gut geht. Bis heute. Every single day. Dafür bin ich so dankbar und machte die neue Situation um ein Vielfaches einfacher.

Doch da waren auch die abendlichen Schreistunden, das Runterfahren, das Ankommen, alles was sehr viel Zeit für den Babytiger abverlangte. Deine traurigen Äuglein zu sehen, wenn du ach so geduldig auf deine heissgeliebten Gutenachtgeschichten warten musstest. Das brach mir schier das Herz. Gleichzeitig zerriss es mich innerlich, wenn der Babybruder im Bettchen weinte, während ich dem grossen Bruder die Windeln wechseln musste, ihn trösten musste, weil er gestürzt ist oder in anderen unpässlichen Situationen. Dass ich mich nun nicht mehr zu 100% nur noch einem Kind widmen kann und euch beiden gerecht werde, daran musste ich mich erst gewöhnen. Bis heute.

Und doch geht ihr beide mit dieser Situation ganz wunderbar um und auch ich komme so langsam ganz gut damit klar. Der kleine Babybruder ist natürlich einfach überall mit dabei, gehört dazu, als wäre es nie anders gewesen.

Die Schlafstündchen des Babytigers werden dafür umso mehr ausgekostet, um bewusst Zeit mit dem kleinen grossen Tiger zu verbringen. Aber auch mit dem Baby in der Trage, im Sling oder im Kinderwagen lässt es sich ganz toll vereinbaren.

Auch du mein Kleiner wächst und gedeihst. Strahlst über beide Ohren, wenn der grosse Bruder in der Nähe ist. Bist sein grösster Fan und kicherst wie wild, wenn der Grosse lustige Dinge vorführt. Möchtest einfach alles nachmachen und eiferst wie verrückt deinem Bruder nach. Da wurde mit 5 Monaten bereits gerobbt und die Wohnung unsicher gemacht. Die orale Phase in der Hochkonjunktur. Und mittlerweile 6 Zähne reicher.

Und dann konnte der Kleine plötzlich auch dem Grossen etwas beibringen. Sich zu wehren. Sein Spielzeug immerhin vor dem kleinen Bruder zu verteidigen und zu beschützen. Zerknitterte und versabberte Spielsachen, die mein Grosser so sorgfältig hegt und pflegt, kann er so gar nicht ausstehen. Kompromisse werden von nun an gemacht. Das Geschwister-Dings ist natürlich Neuland für mich. Doch umso mehr freue ich mich für euch, dass ihr einander habt.

Ihr zusammen Bücher anschaut, Spielsachen erkundet, euch ein Zimmer teilt, zusammen lacht, kuschelt und vieles mehr. Und euch natürlich auch „zankt“, einander nervt und dann wieder verträgt. Und eines ganz sicher ist: Dass ihr euch trotz allem wahnsinnig gern habt.

Und wenn ich im Auto dann auf die Rückbank schaue, die beiden kleinen Knöpfe sehe, wie sie lachen, erzählen, brabbeln, toben, schlafen oder anderen Schabernack da hinten treiben, dann geht mir das Herz auf. Es fühlt sich so komplett an. Meine Familie. Meine Jungs. Meine Liebe. Mein Glück.

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Bilder © Nadine Trolp / Fräulein Tiger

Ein Traum wird wahr: Unser neues Familienbett

Wer nicht wie ich an akuter Stilldemenz leidet, mag sich vielleicht noch daran erinnern. Vor einiger Zeit habe ich zum Thema „schlafen“ bereits hier einen sehr ausführlichen Artikel verfasst.

Seitdem ist ja wieder einiges passiert und unser kleiner Babytiger ist vor über einem halben Jahr ebenfalls bei uns eingezogen. Und zwar wie sein grosser Bruder damals, direkt vom Krankenhaus ins Beistellbettchen in unserem Schlafzimmer. Wobei das Beistellbettchen nach den ersten Wochen mehr als Rausfallschutz diente oder zum Einsatz kam, wenn der grosse Bruder ebenfalls bei Mama und Papa schlafen wollte. Das Familienbett hat sich bei uns einfach bewährt und fühlt sich für uns alle richtig an und darauf kommt es ja schlussendlich an.

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Vorteile eines Familienbettes sind unter anderem:

  • Das Stillen in der Nacht wird dadurch enorm erleichtert. Als Mama muss man nicht aufstehen und kann das Baby liegend im Halbschlaf anlegen und gleich wieder weiterschlafen. Somit bekommt man auch als Mama einen erholsamen Schlaf, trotz unterbrochener Nachtruhe. Dies ist für mich noch wichtiger geworden, da ja auch noch das grosse Geschwisterkind betreut werden muss und man sich tagsüber nicht ständig mit dem Baby hinlegen kann. Zudem wird dadurch oft eine längere Stillbeziehung ermöglicht, da dies ohne viel Aufwand möglich ist.
  • Das Co-Sleeping stärkt die Eltern-Kind-Bindung. Das Grundbedürfnis nach Nähe und Geborgenheit kann somit auch nachts erfüllt werden.
  • Die Signale des Kindes (Hunger, krank, Atempausen/ SIDS etc.) werden schneller wahrgenommen und es kann demzufolge schneller reagiert werden. Somit muss das Kind gar nicht erst weinen oder schreien.
  • Die Kinder schlafen ruhiger und können besser einschlafen, da sie sich sicher und geborgen fühlen. Albträume können so ebenfalls vorgebeugt werden.

Da wir sehr bedürfnisorientiert erziehen, passt für uns diese Konstellation ganz wunderbar. Jedoch machte uns unser bisheriges 1.60 m Elternbett dabei einen Strich durch die Rechnung.

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Speziell nach der Geburt des kleinen Babybruders und der ersten Zeit danach, benötigte der kleine Tiger aufgrund der grossen Veränderung eine extra grosse Portion an Nähe, Geborgenheit und Bestätigung, dass wir ihn noch genauso fest lieb haben wie vorher. Deshalb wollte er wieder ganz oft bei uns im Bett schlafen, obwohl er vorher problemlos in seinem Kinderbett geschlafen hat und einfach wenn er krank war oder sich nach Nähe sehnte zu uns ins Bett gesellte. Dies durfte er natürlich, doch aufgrund der engen Platzverhältnisse und dem kleinen Nachtakrobaten musste wollte der Papa nachts ins Kinderzimmer umziehen, um immerhin etwas erholsamen Schlaf zu bekommen. Doch bei einem Familienbett wünsche ich mir, dass auch alle Familienmitglieder darin Platz finden.

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Denn auch bei einem Familienbett sollte einiges beachtet werden:

  • Das Bett muss gross sein. Mind. 1.60 m
  • Die Matratzen müssen hart sein. Kein Wasserbett!
  • Das Bett darf keine Spalten haben.
  • Das Baby muss im eigenen Schlafsack schlafen. Ohne Decken und Kissen.
  • Wenn ein Elternteil raucht, ist das Elternbett tabu.
  • No Go: Wenn ein Elternteil Medikamente nimmt oder Alkohol getrunken hat.
  • Ideale Temperatur: 16 ° – 18° C (brrr, das schaffen wir in unserer Wohnung nie und nimmer, dafür ist er nur mit einem Body und Pyjamahosen gekleidet)
  • Das Baby darf nicht aus dem Bett fallen können.

Angaben von hier

Da mein Mann nachts wie ein Stein schläft und auch das Rufen unserer Kinder nicht hört, schlafen beide Kinder seit jeher neben mir am Bettrand mit einem entsprechenden Rausfallschutz, anstatt zwischen uns. Ansonsten habe ich einfach kein gutes Gefühl. Besonders wenn sie noch so klein sind wie der Babytiger.

Da der kleine Babytiger dem grossen Bruder bei ALLEM nacheifern möchte und somit auch seit ein paar Monaten fleissig durch unsere Wohnung robbt, wurde das Beistellbettchen schnell eine riskante Angelegenheit.

Ins Babybettchen im Kinderzimmer, das sich die beiden Jungs teilen (also das Zimmer nicht das Bettchen), möchten wir ihn noch lange nicht zum Schlafen legen. Das Gitterbettchen wie damals neben unser Bett stellen, wollten wir auch nicht. Viel zu sehr störte mich damals diese Barriere zwischen mir und dem kleinen Knirps und auch das Füttern und Beruhigen wurde gleich viel umständlicher.

Ein grosses Familienbett wollten wir gerne haben. Doch wie? Sollen wir uns eins bauen? Doch nach welcher Anleitung? Mein Mann ist jetzt nicht unbedingt handwerklich begabt (räusper) und eine zusammengewürfelte Variante würde unser kleines und feines Schlafzimmer nur verhunzen. Es soll schliesslich weiterhin ein ruhiger und hübscher Rückzugs- und Erholungsort bleiben. Also machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten und auch hübschen Lösung. Und ich wurde tatsächlich fündig.

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Und zwar bei Ecolignum. Einem deutschen Bettenhersteller, der sich auf Familienbetten spezialisiert hat. Die Vollholzbetten werden nur unter fairen und ökologischen Bedingungen hergestellt und aus reinen Naturmaterialien gefertigt. Und auch hier wurde darauf geachtet, dass diese auch aus nachhaltig bewirtschafteten Anbaugebieten stammen. Es werden ausschliesslich erstklassiges Erlen-, Buchen- und Eichenholz aus europäischen und nachhaltigen Förstereien verwendet. Hach. Was für eine Liebeserklärung an unsere Umwelt.

Und dann diese hübschen, schlichten und zeitlosen Designs. Ich habe mich auf Anhieb in das weisse Modell Sonora verliebt. Seufz. Unser Schlafzimmer ist wie bereits erwähnt klein und fein und dennoch stellten wir nach kurzem Messen fest, dass sogar das 2.70 m Familienbett inklusive einem Nachttisch darin Platz haben würden. Perfekt.

Das Bett wurde ruckzuck aus Deutschland geliefert und war dann in ein paar wenigen Stunden inkl. Lattenrosten komplett aufgebaut (Und das mit zwei hellwachen Kindern, die unbedingt alles ganz genau verfolgen wollten..). Das ging echt ganz fix und das Gestell aus Buchenholz duftet auch jetzt noch ganz unglaublich.

Die beiden Matratzen kauften wir jeweils in den Grössen 180 x 200 cm sowie 90 x 200 cm. Somit bekamen mein Mann und ich eine riesige Liegelandschaft von 180 x 200 cm, wo auch nächtliches Netflix-Schauen auf dem iPad nun zum Kinderspiel wurde, und die wir uns gelegentlich mit dem kleinen Tiger teilen, wenn er nicht mehr allein in seinem Kinderzimmer schlafen möchte. Der Babytiger bekam die Seite des Bettes mit der 90 x 200 cm Matratze am Rande des Bettes. Die kühle und harte Wand wurde mit einer Bettschlange abgegrenzt und als Rausfallschutz benutzen wir die Zewi Fix Decke, die perfekt auf diese Matratzengrösse passt. Somit ist er auch ohne unser Beisein wie zum Beispiel beim Mittagsschlaf oder abends prima geschützt. Wenn ich dann nachts auch ins Bett gehe, kann er ohne die Zewi Fix Decke in seinem Schlafsack in Ruhe weiterschlafen und seinem Bewegungsdrang freien Lauf lassen.

Wenn nur ich mit den Kindern zuhause bin und das kleine grosse Fägnäscht ebenfalls bei mir übernachtet, blase ich kurzerhand den Shrunks Rausfallschutz auf und lege ihn unter das Fixleintuch am anderen Ende des Bettes. So sollte niemand verletzt werden und wir bekommen alle einen erholsamen Schlaf.

Damit ihr euch unser neu eingerichtetes Schlafzimmer vorstellen könnt, kam meine liebste Fotografin Nadine Trolp vorbei und fing ein paar tolle Momente ein. Auf viel Deko verzichte ich eigentlich generell, doch besonders im Schlafzimmer. Deshalb ist es für mich so wie es ist herrlich unspektakulär. Perfekt zum Erholen. Mein kleiner Tiger fragte mich mal, ob meine „Lieblingsfarbe“ eigentlich Weiss sei. Hmmm da hat er wohl nicht ganz unrecht. ;)

So und nun kuschle ich dann mal wieder mit meinen Liebsten in unserer neuen Wohlfühloase. Tschüüüss.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Ecolignum. Der Bericht beruht aber auf meiner eigenen persönlichen Meinung.

Bilder © Nadine Trolp