Campingliebe – Familienzeit im Wohnwagen

Achtung. Es folgt ein ausführlicher Bericht übers Campen, Wohnwägen, Ausstellungen, Ferien und von der Erfüllung von Träumen. Zu Beginn vorneweg für Camping-Laien, die gerne daran zu erkennen sind, dass sie ständig Wohnwägen und Wohnmobile verwechseln. ;-) Hierbei geht es vor allem um Wohnwägen. Diese (in der Regel) weissen abgerundeten Dinger, die man ans Auto anhängt und man nach dem Aufstellen dafür flexibel mit dem Auto Ausflüge oder grössere Einkäufe usw. machen kann.

Adria Altea PK 552 Wohnwagenliebe

So und los geht’s.

Nach etwa 10 Jahren träumen, gefühlt drölftausend Caravan-Vernissagen besuchen, in jeden Ferien auf dem Campingplatz verschiedenste Modelle bestaunen, Vor- und Nachteile abwägen, eigene Familie gründen und merken, dass nicht alle Wägen unbedingt auch familientauglich sind, war es diesen Frühling endlich so weit. Wir haben uns unseren grössten Traum erfüllt und unser Traummodell gekauft. Ich glaube es war Schicksal.

VON DER SUCHE NACH DEM EINEN

Schon immer hatten wir die Adria Caravan Modelle auf dem Radar. Das Design sprach uns einfach von Beginn weg an und wir haben immer nur Gutes gehört. Als quasi noch Frischverliebte waren wir bereits jede Saison an der Frühlingssausstellung des Camping Caravan Center in Arbon. Damals schon malten wir uns aus, wie es dann mit den eigenen Kindern sein würde, endlich Ferien im eigenen Wohnwagen machen zu dürfen. Erst dachten wir noch, dass eine Sitzmöglichkeit täglich in ein (Kinder-)Doppelbett umzuwandeln, ja kein Problem sei. Aber zu diesem Zeitpunkt waren wir ja auch noch kinderlos und schlichtweg unerfahren. Versteht mich nicht falsch. Es ist durchaus möglich und es gibt für (fast) alles eine Lösung. Nur wollten wir nebst dem ganzen Selbermachen auf dem Campingplatz (aufstellen, kochen, waschen etc.) auf gewissen Luxus einfach nicht verzichten. Und beim eigenen Wagen erst recht nicht.

Dann kam der kleine Tiger zur Welt und wir zogen um. Im Aargau und neuen Zuhause besuchten wir dann wie üblich die Frühlingsvernissage von Adria dieses Mal beim STREWO Camper Shop. Ein neues Modell, mit dem Familienbett, resp. Elternbett gleich bei der Türe, überzeugte uns sofort. Denn wenn die Kinder im Etagenbett im hinteren Teil des Wohnwagens schlafen, ist es viel dunkler, ruhiger und sie werden viel weniger gestört, wenn die Eltern erst später noch reinschleichen. Perfekt. Auch die Platzaufteilung fanden wir super. Einzig an das klappbare Waschbecken musste ich mich erst mal gewöhnen. Auf den ersten Blick fand ich das jetzt nicht wirklich praktisch. Doch dazu später mehr.

Dann waren wir beim Suisse Caravan Salon in Bern. Mit sooooo vielen Ausstellern und Besuchern haben wir nicht gerechnet. Man kommt dort regelrecht in einen „Camper-Wahn“, wenn es einen nicht vorher schon erwischt hat. Das Beste daran fanden wir, dass man ALLE Marken und Modelle direkt vergleichen konnte. Auch bei solchen, wo nicht gerade ein Händler in der Nähe des Wohnortes ist und man nicht extra durch die halbe Schweiz fahren muss und dann womöglich enttäuscht wird. Eine Grundauswahl zu treffen, war schon mal sehr von Vorteil. Somit konnten wir dann nach einem kurzen Blick viele bereits ausschliessen und unsere Suche eingrenzen (Grösse, Design, Kinderbetten plus Elternbett). Auch dort gefielen uns die Adria Modelle einfach am Besten. Aber auch die Dethleffs-Wohnwägen gefielen uns sehr. Jedoch würde ich empfehlen, wenn man wirklich die Absicht hat, ein Modell dort zu kaufen, respektive sich für eines zu entscheiden, man mit sehr kleinen Kindern eventuell besser noch die Grosseltern oder so mitnimmt, damit man sich als Eltern auch in Ruhe Gedanken machen kann, alles inspizieren kann und nicht von einem Modell zum Nächsten hetzt. Die Kinder würde ich jederzeit wieder mitnehmen, denn so kommen sie schon mal richtig in Camper-Stimmung (oder eben nicht) und „helfen“ einem auch bei der Auswahl. Klar, die Entscheidung haben schlussendlich wir getroffen. Trotzdem war es sehr schön zu sehen, wie wohl sie sich gleich gefühlt haben und uns sagen konnten, dass es ihnen in diesem Wagen gefällt.

Doch auch zu diesem Zeitpunkt haben wir uns noch nicht gewagt uns unseren grossen Traum zu erfüllen. Zu vieles war noch Ungewiss. Ein weiteres Kind, das uns komplett machte und einen Umzug später, passierte es dann diesen Frühling. Gerade habe ich damals nach langem Hin und Her mit der Kindergartenanmeldung des Grossen Frieden geschlossen, da kam eine grosse Freude auf ein zusätzliches Jahr mehr Familienzeit auf. Ich wollte dies nochmals so richtig nutzen. Wollte etwas planen. Jedoch nicht alles verplanen. Da sass ich abends auf der Couch und stöberte wieder einmal nach hübschen Wohnwägen. Ein neues Modell sollte es am liebsten sein. Doch die gesamte Ausrüstung (Vorzelt, Tisch, Stühle, Geschirr uvm.), die dann noch zusätzlich ins Portemonnaie geht, nagte etwas an meinem Gewissen. Als Vollzeitmama und einem Mann als Alleinverdiener, fällt einem so etwas nicht einfach in den Schoss, sondern muss natürlich gut überlegt sein. Also suchte ich erstmals unter dem Begriff „Occasionen“. Denn auch meine Eltern haben ihren Wohnwagen damals mit Sack und Pack verkauft und der neue Besitzer war somit schon mal fürs Erste bestens ausgerüstet.

Und da war es. Unser Traummodell. Der Adria Altea 552 PK. Occasion. 1 Jahr alt und nur 1 Woche benutzt. Mit sämtlichem Zubehör. Aus der ehemaligen Wohngemeinde im Aargau. Von einer Familie mit ebenfalls zwei Jungs. Schicksal. Sagte ich doch.

Adria Altea 552 PK

Das Inserat schnell meinem Papa weitergeleitet. Töne nach einem super Angebot, kam sogleich als Antwort. Ich war schon ganz aufgeregt. Konnte den nächsten Morgen kaum erwarten und rief sofort bei den Verkäufern an. Wir durften noch am gleichen Tag vorbeikommen und konnten einen Spontanausflug in unsere alte Heimat machen. Ich war ja soooo gespannt und freute mich riesig.

Wir wurden ganz herzlich empfangen und durften in aller Ruhe den Wohnwagen begutachten. Auch das gesamte Zubehör, das sie ebenfalls nicht mehr wollten, konnten wir uns anschauen, was wir brauchen konnten. Was soll ich sagen. Das war er. Die Jungs waren Feuer und Flamme. Wir aus dem Häuschen. Eine Nacht darüber geschlafen. Wie man das halt so macht, bei grossen Investitionen. Und gekauft. Träume muss man schliesslich irgendwie möglich auch leben. Bevor es zu spät ist. Und es hat sich einfach endlich RICHTIG angefühlt.

Da wir diesen Traum natürlich schon lange hatten, haben wir bereits beim Kauf des Familienautos darauf geachtet, dass es im Stande ist einen schweren Anhänger zu ziehen. Die Anhängerkupplung dazu wurde mal zum Geburtstag gewünscht. Und die Anhängerprüfung hatte mein Mann ebenfalls schon im Sack. Somit konnte unser Traumwagen schon ganz bald abgeholt werden.

UND DAS ABENTEUER BEGANN…

Adria Altea 552 PK

Adria Altea 552 PK

Adria Altea 552 PK

Adria Altea 552 PK

FACTS ZUR AUSSTATTUNG DES ADRIA ALTEA 552 PK

Es gab kaum ein Modell, das uns bei all den Ausstellungen wirklich von A bis Z gefallen hat. Bei diesem ist aber absolut alles nach unserem Geschmack. Auch das am Anfang eher skeptisch betrachtete klappbare Waschbecken erwies sich als super platzsparend und ergibt so einen grossen Spiegel, wo man sich super von oben bis unten anschauen kann. Klar ist der Spiegel manchmal etwas verspritzt vom Händewaschen mit den Kindern, aber darüber komm ich hinweg. Das wird ja nur noch besser. Das einzig Blöde an dieser Vorrichtung ist, dass der Abwasserschlauch schnell abknickt durch das Zuklappen. Das hat uns schon den ersten Wasserschaden gebracht. Zum Glück kam gleich ein Camping-Mechaniker auf den Platz und reparierte uns das Rohr während unserer Ferien. Man muss einfach etwas Geduld mitbringen, da der Ausbau nicht ganz so schnell vonstatten geht.

Ich liebe unser grosses Bett. Die Matratze ist so bequem. Sodass auch die Kleinen immer dort schlafen wollen. ;-) Deshalb hat es sich mein Mann vorerst auf dem unteren Kinderbett gemütlich gemacht. Es ist natürlich etwas schmal, aber auf seine Grösse zum Glück ganz gut auszuhalten. Wenn die beiden dann grösser sind, werden sie sich aber bestimmt auf ihr eigenes Bett freuen. Der Grosse übernachtet jetzt schon ab und zu nach dem Einschlafen oben und fühlt sich mit seinem Ausblick über den Campingplatz inkl. Eulen-Nachtlicht pudelwohl. Das Bett hat einen dünnen klappbaren Rausfallschutz sowie eine abnehmbare Leiter. Unten oder im Moment noch vorne beim Elternbett erweist uns jeweils The Shrunks als aufblasbarer Bettrand gute Dienste.

Die Küche find ich ebenfalls todschick. In Hochglanzweiss und mit drei Gas-Kochfeldern ist man bestens ausgerüstet. Über dem Waschbecken gibt es noch eine Schnittbrettauflage, um die Fläche vollends nutzen zu können. Auch ein Abtropfbrett ist inklusive. Die drei ausziehbaren und aufklappbaren Schubladen schaffen einen super Überblick und man hat alles schnell zur Hand. Mit dem riesigen Kühlschrank und dem Gefrierfach bringe ich locker einen ganzen Wocheneinkauf unter. Der Kühlschrank kann auch mit Gas betrieben werden und schon bei der Fahrt gekühlt werden. So muss ich zuhause nichts wegwerfen und kann gleich alles Angebrauchte mitnehmen.

Ich schätze es sowieso so sehr, mein ganzes Hab und Gut einpacken zu können. Anzukommen und gleich Ferien machen zu können. Mit seinen eigenen Sachen. Seiner eigenen Bettwäsche und so. Ich glaub wir müssten uns ansonsten glatt einen Dachträger zutun mit beiden Kindern. Allein mit einem Kinderwagen ist der Platz im Auto dann schon sehr beschränkt. Aber darüber muss ich mir ja zum Glück keine Gedanken mehr machen. :)

Unter den Betten hat es ebenfalls genügend Stauraum und alle Fächer können optimal genutzt werden. Auch die eingebaute Bodenheizung schätze ich morgens sehr. Die normale Heizung kann nachts auch elektrisch betrieben werden, sodass man nicht ständig Angst haben muss, dass ein Gasunfall passieren könnte.

Um die eingebaute Toilette bin ich mit den Kindern unheimlich froh. Besonders abends und am Morgen in der Früh. Die Dusche ist auch sehr schön und bietet genügend Platz um beide Kiddies abzuduschen. Jedoch ist dies bei uns mehr die „Wäschekammer“ und wir duschen nur in den Campingplatzanlagen. So bleibt es uns auch gleich erspart, dass der halbe Wohnwagen unter Wasser gesetzt wird.

Die helle Holzverkleidung, die weissen Wände und die graue Polsterung haben es mir sofort angetan. Genau mein Geschmack. Auch die beige „Pinnwand“, die ich anfangs etwas überflüssig fand, hat uns schon gute Dienste erwiesen. So ist immer alles schön ordentlich.

Auch die LED Lichter im ganzen Wagen schaffen eine tolle Atmosphäre. Besonders abends beim Gutenachtgeschichte-Erzählen. Auch die integrierte Bluetooth-Anlage lässt sich bubileicht einstellen und hat einen tollen Sound.

Dank der eingebauten Moskitonetz-Türe blieben auch jegliche Fliegen, Mücken oder andere Insekten immer draussen und auch für die Kinder ist sie einfach zu bedienen.

Wie ihr seht, hab ich nichts zu beanstanden und wir sind absolut glücklich mit unserer Zweitwohnung auf Rädern. Überglücklich.

Auch die Kindern halten dem Wagen grosse Sorge und sie wissen, dass diese Einrichtung nicht ganz so stabil ist wie zuhause und man etwas behutsamer damit umgehen muss. Aber auch das ist vermutlich eine Typfrage. Für uns passt es zum Glück so und wir liiiiiieben unser rollendes Zuhause.

Eine Klimaanlage haben wir noch keine eingebaut. Die kostet sehr viel Geld und deshalb haben wir vorerst einfach auf ein schattiges Plätzchen geachtet. So ging es ganz gut.

Camping Adria Altea 552 PK

LUXUS-CAMPING / GLAMPING, OHNE FLEISS KEIN PREIS

Aber auch wenn wir eher Luxus-Camper mit jeglichem Schnickschnack sind, ist es nicht zu verachten, wie viel Arbeit dahinter steckt. Den Wagen zu pflegen. Rein zu halten. Vorher und nachher. Anhänger an- und abkuppeln. Stützen runterlassen. Mit der Wasserwaage alles kontrollieren. Alle Ventile richtig bedienen. Tank auffüllen. Kassetten leeren. Vorzelt aufbauen. Sämtliche Kleidung, Esswaren, Spielwaren etc. ein- und auch wieder auszuräumen. Betten frisch zu beziehen. Für frische Frotteewäsche sorgen. Täglich sein Geschirr abzuwaschen. Auch mal Kleidung auf dem Campingplatz waschen. Vor wie auch nach den Ferien hat man genügend zu tun. Und die Kinder wollen da auch noch betreut werden. Doch irgendwann ist man routinierter. Man arbeitet als Team. Jeder weiss, was er gut kann. Ich würde sagen die Kinder haben sich nach den drei Campingferien in diesem Jahr an den Auf- und Abbau gewöhnt. Geniessen auch die iPad-Zeit, die sie dann auskosten können und wir können speditiv alles auf- und abbauen.

Und doch ist es all diese Mühe wert. Denn die Zeit auf dem Campingplatz ist für uns unbezahlbar. Dieses unbeschwerte Gefühl. Ständig in Badelatschen im bequemen Schlabberlook unterwegs zu sein, niemand stört sich daran. Glacé- und Kreide-Flecken who cares. Man kann essen was und wann man möchte, die Kinder müssen sich nicht ständig „Restaurant-tauglich“ benehmen. Die Eltern sind demzufolge wesentlich entspannter. Man ist ständig an der frischen Luft. Auch bei schlechtem Wetter und man dem gemütlichen Regenprasseln lauscht. Spiele spielt, malt und puzzelt im Vorzelt oder Wohnwagen. Wo man mit seinen Liebsten auf engsten Quadratmetern auskommen muss. Man klappert Spielplätze ab, fährt Fahrrad oder Scooter. Bewegt sich. Geniesst die Natur. Die Kinder schliessen mit anderen Kindern Freundschaften. Malt Kreide oder jagt Seifenblasen bis spätabends. Die Kinder rennen im Pyjama noch durch die „Gassen“ und liegen dann auch nach dem Duschen noch mit dreckigen Füssen glücklich im Bett. Das abendliche noch draussen sitzen, zusammensitzen, einfach abschalten, den Tag ausklingen lassen. Ein lustiges Kubb oder Boccia Spiel. Wo Wildfremde auch mal zu Verbündeten werden. Oder gar Freunden. Man sich aushilft. Sich austauscht. Aber sich genau so in sein eigenes Reich zurückziehen kann. Das Gefühl von Daheim, obwohl man an einem anderen Ort ist. Das ist Camping. Und bedeutet uns alles. „Wann gehen wir nach Hause? / „Hei?“, fragen meine beiden Kleinen jeweils und meinen immer den Wohnwagen. Fährt ein Wohnwagen vorbei, meint der Kleinste immer: „Mis, i au“. Ja wir haben auch einen, mein Schatz. Und dann strahlen sie.

Alles richtig gemacht.

HOME IS WHERE YOU PARK IT.

Bilder © Fräulein Tiger

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