Kleinkinder und digitale Medien

,,Mami Foti“ und ein wenig später macht es klick-klick auf meinem iPhone. Ein Kichern vom kleinen Tiger ertönt, der wieder einmal seine oder meine Füsse fotografiert hat. Das kurz nach rechts wischen, in den Aufnahmemodus gelangen, funktioniert natürlich auch bei Code gesicherten iPhones. Wie das geht, wissen die kleinen neugierigen Racker, die in einer Welt voll mit digitalen Medien aufwachsen, natürlich ganz schnell.

Bereits als Säugling sehen sie dieses viereckige Kästchen, das Mama (oder Papa) so oft herumträgt, um möglichst viele Momente per Handykamera festzuhalten, wenn sie dem Papa, der Oma oder anderen ab und an am Telefon aus dem Alltag und den letzten erreichten Meilensteinen berichtet, im Internet Dinge nachliest, wie z.B. ob der letzte Windelinhalt auch wirklich dem Normalfall entspricht, oder ab und zu Nachrichten tippt, versendet, empfängt und liest. Ein paar machen es sich vor dem Fernseher gemütlich, wenn das kleine Würmchen nach dem Stillen eingeschlafen ist. Der Fernseher steht sowieso oftmals in überdimensionaler Präsenz im Wohnzimmer und verleitet später dazu, Bälle oder anderes dagegen zu werfen. ,,Lustig und gleich nochmal“ denken die sich bestimmt, denn da hechtet Papa immer besonders schnell um sein Heiligtum auch ja rechtzeitig zu beschützen. Ähnlich wie Mama bei der neuen Vase.

Ein Tablet liegt oft auch nicht weit entfernt irgendwo rum. Dieses Hin- und Herwischen ist doch eigentlich „bubi-einfach“. Deshalb beherrschen es oft auch noch Grossmütter und Grossväter. Oder eben schon die Kleinsten.

Wir Eltern sind Vorbilder und die Kleinen ahmen uns noch so gerne nach. Sei es mit Haushaltstätigkeiten, Wörter nachplappern, Gesten, im Umgang mit anderen Menschen, Tieren oder diversen anderen Eigenschaften und Tätigkeiten. Nichts bleibt unbeobachtet. Deshalb ist es sinnvoll, dass jede Familie im Bezug auf Medien seine eigenen Regeln festlegt.

Wir hatten nie explizit die Absicht, dem kleinen Mann sämtliche digitale Medien vorzuenthalten. Jedoch war uns von Anfang an wichtig, dass alles in einem bestimmten Mass und Rahmen geschieht. Sprich als Baby gab es für den kleinen Mann kein Fernsehen, abgesehen von einem kurzen Blick auf ein Tennis- oder Fussballspiel, das der grosse Mann nicht verpassen wollte. Das war’s dann auch schon und galt als Ausnahme. Dauerberieselung, durch permanentes Fernseh-Gedüdel, ist bei uns ein absolutes No Go und würde lediglich zur Überreizung führen. Das Smartphone wurde im ersten Jahr oft mit einer Zahnungshilfe verwechselt und somit sofort wieder ausser Reichweite gebracht. Dennoch ist es als Nachrichtenempfänger, Fotokamera, Telefon usw. oder lediglich als Uhr stets dabei. Auch Selfies werden ab und zu geknipst und sie sehen sich und Mama auf dem Bildschirm. Ähnlich wie bei einem Spiegel. Also sehr faszinierend dieses fotografierende Dingsda.

Und dann wurde das Baby zum Kleinkind. Auch das Interesse an den Geräten wurde mit der Zeit immer grösser und er wollte wissen, welches süsse oder lustige Video von ihm abends dem Papa gezeigt wurde. Sich selbst sehen die Kinder doch immer am liebsten. Eins oder eine bestimmte Anzahl und dann ist wieder Schluss. Mama ist der Chef und bestimmt wie viel und wie lange. Sonst kommt es weg. In der Trotzphase nicht immer ohne Murren, aber auch das gehört dazu. Dasselbe beim iPad oder Fernseher.

Mit dem iPad will er erst seit kurzem richtig damit spielen. Dafür habe ich jeweils ein geführter Zugriff installiert, wo eine bestimmte Nutzungsdauer programmiert werden kann sowie der Zugriff auf lediglich eine App beschränkt ist. Zudem können einige Bildschirmbereiche, z.B. mit Knöpfen die nicht gedrückt werden sollten, deaktiviert werden und so nicht durch zufälliges Herumdrücken aktiviert werden. Hier sind bei uns jeweils 5 Minuten programmiert.

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Unsere Lieblings-Apps sind derzeit sämtliche von Fiete dem freundlichen Seemann. Die sind speziell für Kleinkinder, werbefrei (was gar nicht so einfach ist!) und liebevoll gestaltet. Besonders mögen wir z.B. Fiete Sports, in der Weihnachtszeit den Fiete Adventskalender und jetzt ganz besonders den Fiete KinderZoo, wo jedes Kind ein Tier entworfen, benannt und mit einer Stimme versehen hat. Zudem mag es der kleine Tiger auch manchmal gemeinsam mit Mama Doktor bei Toca Doctor zu spielen. Aber auch animierte Tierwelten wie z.B. von Happy Touch findet er spannend.

Fernsehen findet er weniger faszinierend als Tablets und Smartphone, da er dort nicht selbst interagieren kann. Aber auch hier findet er hie und da mal ein kleine Geschichte ganz interessant. Diese muss meiner Meinung nach aber unbedingt altersgerecht sein. Wie z.B. das Kikanichen. Dort nehme ich die Serie auf und schaue dann jeweils eine Geschichte à ca. 10 Minuten mit ihm gemeinsam an. Das Aufnehmen ist besonders praktisch, da man so den Zeitpunkt und die Dauer selbst bestimmen kann und gleich auch die Werbungen umgehen kann.

Ganz generell lasse ich ihn damit nie alleine und begleite, unterstütze und erkläre ihm die einzelnen Apps, Sendungen & Co. Die Kleinen können ja noch ganz lange nicht unterscheiden, was real ist und was nicht. Die Bilder sind manchmal viel zu hektisch und können demnach auch nicht verarbeitet werden. Auch vor dem Schlafengehen bleiben bei uns die Geräte aus. Ich selbst habe z.B. auch Mühe mit einschlafen, wenn ich zu lange Zeit am Computer oder ähnlichem verbracht habe.

Als ganz praktisch hat sich jedoch das Fernsehen bei uns z.B. bei folgenden Tätigkeiten erwiesen: Wenn Mama ihm ungestört die Haare schneiden möchte, beim Verarzten von grösseren Wunden (Kopfprellungen, Untersuchen von wackelnden Zähnen, blutenden Nasen usw.) oder als vorübergehende Belohnung (jaja ich weiss, nicht gerade Sinn und Zweck, aber dennoch wirkungsvoll) für eine bestimmte Handlung, wie z.B. um ihm anfangs die über mehrere Wochen verordneten Augentropfen etwas schmackhafter zu machen. So hat er dann schön geduldig hingehalten und irgendwann gemerkt, dass das gar nicht so schlimm ist. Danach ging’s wunderbar auch ohne Fernsehen.

Beim Smartphone findet er nebst Videos und Fotos auch die Mimo Gutenachtgeschichten ganz toll. Hier kann Mama ihm die Geschichte erzählen und er kann zwischendurch das passende Geräusch ertönen lassen.

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Auf Schau Hin findet ihr unter anderem auch einige Tipps im Umgang mit Medien im Kleinkindalter.

Ihr möchtet digitale Medien noch länger so gut als möglich meiden? Oder euer Konsum ist bereits höher? Auch gut. Jede Familie macht es genau so wie sie es für richtig hält und darauf kommt es an.

Uns ist es wichtig, ihm einen gesunden Umgang mit den uns zahlreich zur Verfügung stehenden Medien beizubringen und das klappt bisher glücklicherweise ganz gut.

Bilder: © Fiete-App (pd) / iTunes Apple Store / toca boca (pd) / die Mobiliar

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2 Gedanken zu “Kleinkinder und digitale Medien

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